Oz Almog - Walls of Sound

Jüdische Musikerwelten


10.02.2010 - 30.06.2010
Museum Judenplatz
Judenplatz 8
1010 Wien

Wenn man "God bless America", "The Christmas Song", "Edelweiß", "Katjuscha", "An der schönen blauen Donau", "Hello, Dolly", "My Funny Valentine" oder die Hymne der US-Marine hört, wird man wohl kaum daran denken, dass auch das zum jüdischen Welterbe gehört. Oder dass einige der schönsten Gospelsongs der christlich afro-amerikanischen Musik von George Gershwin stammen.

Oz Almog, israelisch-österreichischer Künstler, führt uns hinter die Walls of Sound, um uns den Stellenwert von Juden in der Welt der Musik zu zeigen. Mit der reichhaltigen Bildergalerie lässt er die Vision Jubals wahr werden, der als "Stammvater aller Zither- und Flötenspieler" (Gen 4,21) der Menschheit die Musik schenkte.

In den letzten Anweisungen an Mose befahl Gott seinem Boten auf Erden: "Doch jetzt schreibt dieses Lied auf! Lehre es die Israeliten! Lass es sie auswendig lernen, damit dieses Lied mein Zeuge gegen die Israeliten werde." (Dtn 31,19)

Seit diesen Tagen war und ist die Musik bis heute ein Impuls für jüdische Spiritualität und ein Wegweiser zu den Toren des Himmels. Die Tora wird nicht einfach "gelesen" - sie wird in täglichen Abschnitten gesungen und jeder Text hat seine eigene Melodie, die sich nach den Jahreszeiten verändert. Diese zentrale Bedeutung der Musik im Zusammenhang mit der schon frühzeitig einsetzenden Belesenheit des jüdischen Volkes macht sie zu Wegbereitern in drei musikalischen Sparten: Instrumentation, Modalität und Notation.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine dermaßen lange Tradition einen starken, nachhaltigen und weltweiten Einfluss hat. Viele Gelehrte stimmen darin überein, dass sowohl der aus dem Osten kommende byzantinische Kirchengesang wie auch der westliche vor-gregorianische Choral (und damit auch die davon abgeleitete Musik des Abendlandes) ihren Ursprung in den Kirchen Syriens und Palästinas hatten, wo wiederum die synagogale Musiktradition allgegenwärtig war.

Seit in den letzten zwei Jahrhunderten die jüdische Musik aus dem Ghetto auszog oder von dort vertrieben wurde, haben Juden eine herausragende Rolle als Virtuosen, Dirigenten, Komponisten, Librettisten und im Musikgeschäft und im Showbusiness eingenommen. Oz Almog zeigt uns in seiner Ausstellung als Bestätigung dafür einige dieser umherwandernden Kinder Jubals an den Walls of Sound.

Abbildungen:

Oz Almog, Barbra Streisand
Oz Almog, Yves Montand

Kurator:
Oz Almog

Koordinator:
Andreas Sperlich



Weiterführende Informationen:

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Für den Katalog zu dieser Ausstellung wenden Sie sich bitte an: Opens window for sending emailorder (at) jmw.at