Gottteufeläther
Nachtgedanken zum Phantom des Herrn W. R.
16.11.2007 - 09.03.2008
Palais Eskeles
Dorotheergasse 11
1010 Wien
"Eine Reise mit Herrn Reich und Oz Almog durch die Kreise der Hölle", nennt der österreichisch-israelische Künstler seine Kunstinstallation, die parallel zur Reich-Dokumentation in der Seitengalerie im 2. Stock des Museums gezeigt wird. Wilhelm Reich begann in den späten 1930er Jahren in seiner Forschung über die körpereigene Energie (Orgon) mit biophysikalischen Experimenten. Hier geriet der bis dahin fachlich weitgehend anerkannte klinische Psychotherapeut auf seiner Suche nach einer umfassenden Theorie über die menschlichen Seele/Körper-Funktionen in die Regionen der esoterischen Grenzwissenschaften.
Phänomene, die heute Elektrosmog genannt werden, lieferten dem exzentrischen Forscher Indizien für das Vorhandensein des sogenannten "Orgons", dessen wissenschaftlicher Nachweis jedoch bis heute nicht erbracht werden konnte. Die Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt blieb Reich in seiner Kategorien überschreitenden Arbeit versagt. Reichs Erben bilden heute eine fanatische, oft esoterisch inspirierte Fangemeinde. Sogenannte Weiterentwicklungen von Reichs Konzepten ermöglichen heute sogar den Erwerb von Orgon-Pferdedecken per Internet-Versand. Hier gerät der Phantast Wilhelm Reich posthum ins Visier des Konzept-künstlers Oz Almog. Er wendet sich mit seiner subjektiven und drastischen Präsentation an die Betroffenheit, die Reichs Konstrukte und Konzepte bei Menschen auslösen können – das Phänomen Reich als Getriebener, beseelt von seinen Überzeugungen, unbeirrt gegen den wissenschaftlichen Mainstream schwimmend.
Oz Almog nimmt Wilhelm Reich als seinen Vergil an, der ihn durch die Höllenkreise führt. Der "Phantomforscher" Reich wird in dieser eigenwilligen künstlerischen Konfrontation mittels einprägsamer visueller Darstellungen gleichermaßen interpretiert, glorifiziert und attackiert.
Kurator:
Oz Almog
Team:
Konzept, Idee und Zeichnungen: Oz ALMOG
Text: Vesna Hadzivukovic
Mitarbeit: Andreas SPERLICH
Technische Unterstützung: Walter Geppert
Weiterführende Informationen:
» Presseinformation» Informationen für Besucher
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