Sag beim Abschied … Wiener Publikumslieblinge in Bild und Ton
23. Jänner - 22. März 1992 (verlängert bis zum 3. Mai 1992)
Ihr alle, die Ihr Wien liebt, darf ich Euch zu einer erstaunlichen Reise in die Glanzzeit Wiens einladen?
Im Historischen Museum erwarten Euch ein altes Vorstadtkino, ein Heuriger, ein Wiener Theater mit Szenen aus Schnitzler- und Molnár-Stücken, die echte Operette und das klassische Cabaret.
Viele kostbare Filmdokumente: Richard Tauber und Joseph Schmidt singen beim Heurigen, Sigmund Freud und Max Reinhardt sprechen zu Euch, Paul Hörbiger und Hubert Marischka bringen Kálmán-Schlager, Paula Wessely und Hans Jaray spielen in Fritz Kreislers „Sissy“, Karl Farkas und Fritz Heller blödeln im Kaffeehaus.
Überdies finden Sie in meiner Sammlung lang verschollene Schellacks und viele seltene Fotografien.
Robert Dachs (Gelernter Wiener und daher …)
In der Schau wird anhand ausgewählter Stücke der Sammlung von Robert Dachs das Leben und das Werk von berühmten deutschen und österreichischen Sängern, Schauspielern, Komponisten und Schriftstellern aus der Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Beginn des nationalsozialistischen Regimes dokumentiert. Bild- und Tondokumenten, umgeben von Accessoires und Souvenirs, werden mit melancholischem Flair inszeniert in einer liebevollen Ausstellungsarchitektur aus Schaufenstern und Kaffeehaus, Bar und kleinem Kino.
In schockierendem Kontrast zu dieser glanzvollen Welt stehen die Schicksale der einstigen Idole nach 1933/1938 - denn der größte Teil der Stars von damals war jüdischer Herkunft.
In Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Stadt Wien.
Kurator: Robert Dachs
Historisches Museum der Stadt Wien
Karlsplatz
1040 Wien
Spaniolen. Die Sephardische Diaspora
14. Mai - 26. Oktober 1992
Nach dem Abschluss der Reconquista mit der Eroberung der letzten maurischen Bastion in Spanien, Granada, verfügten die „Reyes Católicos“ Isabella und Ferdinand 1492 die Ausweisung der Juden aus Spanien. Innerhalb von vier Monate hatten die Juden unter Zurückhaltung Ihres Vermögens Spanien zu verlassen. Als einziger Ausweg, den etwa 50.000 Juden wählten, bot sich die Taufe. Die „Bekehrten“ wurden „Conversos“, „Nuevos Christianos“ oder später „Marranos“ genannt.
Rund 150.000 spanische Juden gingen ins Exil. Viele von ihnen wandten sich zunächst nach Portugal, wo jedoch bald Zwangchristianisierungen um sich griffen und auch hier ab 1536 die Scheiterhaufen der Inquisition loderten. Die 1492 erfolgte Vertreibung der Juden aus Spanien markierte also keineswegs das Ende der Leidengeschichte der „Spharadim“ genannten spanischen Juden. Noch viele Generationen danach folgten die Marranen den Vertriebenen.
Die Wege der Exilanten führten nach Nordafrika, Nordwesteuropa, Franzreich, Italien und auch in die neue Welt. Der Hauptstrom der sephardischen Flüchtlinge jedoch suchte sich eine neue Heimat im Osmanischen Reich, das die Exilanten willkommen hieß. Seit dem 16. Jahrhundert folgten Juden aus dem Osmanischen Reich den türkischen Eroberungen und siedelten sich in den neuen Gebieten an. Auf diese Weise kam es zur Gründung der großen sephardischen Balkangemeinden. Allerdings ermöglichten erst die Friedensverträge mit dem Osmanischen Reich - der von Passarowitz im Jahre 1718 und der von Belgrad 1739 - die dauerhafte Niederlassung sephardisch-türkischer Juden in Wien. Die sich hier von nun an entfaltenden, kulturell und ökonomisch blühende sephardische Gemeinde wurde nach zweihundertjährigem Bestehen Opfer nationalsozialirischen Wahns.
Diese Ausstellung ist Teil II der gemeinsamen Ausstellung „Sephardim - Spaniolen“. Teil I, „Die Juden in Spanien bis 1492“ wurde vom 18. Mai bis 26. Oktober 1992 im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt gezeigt.
KuratorInnen: Felicitas Heimann-Jelinek, Johannes Reiss, Kurt Schubert
Provisorium Seitenstettengasse
Seitenstettengasse 4
1010 Wien
Der Schrein des Buches in Jerusalem. Architektur für die Rollen vom Toten Meer
8. November 1992 - 31. Jänner 1993
Der Schrein des Buches ist jenes Gebäude des Israel-Museums, in dem die Rollen aus Qumran untergebracht sind.
Die Schriftenrollenfunde von Khirbet Qumran im Jahre 1947 gelten als eine der größten archäologischen Sensationen unseres Jahrhunderts, sind sie doch die ältesten erhaltenen biblischen Texte.
Zu den Schätzen, die im Schrein des Buches aufbewahrt werden, gehören als bedeutendste Exponate acht der am vollständigsten erhaltenen Schriftrollen vom Toten Meer, die in der Wüste von Judäa entdeckt worden sind, sowie eine der berühmtesten handgeschriebenen Bibeln: den im 10. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung entstandenen „Aleppo Codex”. Gerade jetzt hat sich die religionsgeschichtliche Diskussion um Judentum und frühes Christentum neuerlich erhitzt.
1958 haben die New Yorker Architektenpartner Armand Bartos und Frederick Kiesler den Auftrag zur Errichtung eines Museums in Jerusalem übernommen, das 1962 bis 1965 in der endgültigen Form der Anlage auf dem Hügel Nare Shaanan (friedliche Siedlung) als Teil des Israel-Museums errichtet wurde. Es war die Idee Teddy Kolleks, das neue Israel-Museum, ein Museum für biblische Dokumente und für zeitgenössische Kunst, auf einen Hügel zu bauen, der bei Jerusalem oberhalb des Klosters aus dem 12. Jahrhundert liegt. Von dem aus Wien stammenden, 1890 in Czernowitz geborenen Architekten Friedrich Kiesler werden nun Entwürfe, Skizzen und Baupläne - Leihgaben aus den USA und Israel - in einer von Hans Nevidal zusammengestellten Ausstellung gezeigt.
Kurator: Hans Nevidal
Provisorium Seitenstettengasse
Seitenstettengasse 4
1010 Wien






