Peter Altenberg. Extracte des Lebens

Peter Altenberg. Extracte des Lebens

Altenberg war der Inbegriff eines Poeten. Von vielen Zeitgenossen bewundert und belächelt zugleich: ein verträumter Flaneur und eine legendäre Kaffeehausfigur, ein Bewunderer schöner Frauen und unberührter Naturlandschaften, ein Meister des Aphorismus und anderer literarischer Kleinformen, ein Natur-Apostel und Gesundheitsprediger und trotzdem dem Alkohol nicht abgeneigt. Zugleich ein sehr visueller Mensch und Künstler, der das Potential der Fotografie als neue Kunstform früh erkannte und förderte. Die von Altenberg mit eingeklebten und beschrifteten Postkarten zusammengestellten Alben gelten als Vorläufer der Collage. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Hotels und Lokalen, ständig in Geldnot bekam er immer wieder Zuwendungen von Freunden und zelebrierte dieses „Schnorrertum“ bis zur Vollendung.

Sein Leben als Bohemien brachte ihm bald den Ruf als „Narr von Wien“ ein, weil er Droschkenkutscher, Stubenmädchen und andere Menschen aus dem Volk mit großer Hochachtung behandelte. Legendär war aber auch seine Launenhaftigkeit - so schnell, wie er sich mit seinen besten Freunden, Mäzenen und Schriftsteller-Kollegen zerstritt, so schnell versöhnte er sich auch wieder. Dokumentiert wird somit auch das wechselnde Verhältnis zu seinen wichtigsten Freunden und Künstler-Kollegen wie Arthur Schnitzler, Adolf Loos, Karl Kraus, Hermann Bahr, Alban Berg, Gustav Klimt, Frank Wedekind oder Josef Hofmann und vielen anderen.

KuratorInnen: Heinz Lunzer, Victoria Lunzer-Talos, Marcus G. Patka