Nur wenige Jahre nachdem Sigmund Freud den Goethe-Preis für seinen Beitrag zur Psychologie und der deutschen Kultur erhalten hatte, kamen die Nazis in Deutschland an die Macht und begannen prominente jüdische Intellektuelle anzugreifen. Freuds Bücher wurden nun öffentlichkeitswirksam bei Massenveranstaltungen verbrannt. Nach der Annexion Österreichs im Jahre 1938 wurde der Antisemitismus auch in Wien offen akzeptabel und ebenso gewalttätig wie zuvor in Deutschland. Nach mehreren Besuchen der Gestapo in der Berggasse 19 entschlossen sich Freud und seine Familie ihre Heimat Wien zu verlassen und emigrierten schon kurz nach dem “Anschluss” nach London. Sigmund Freuds vier Schwestern starben im KZ. Das Jüdische Museum Wien stellte 1993 erstmals in Wien die vom Fotografen Edmund Engelmann kurz vor der Auflösung des Haushalts aufgenommenen Fotos der Wohnung und der Praxis aus, die um 1970 eine Rekonstruktion der Räume als Museum möglich gemacht hatten.
Wir nehmen den Internationalen Holocaust-Gedenktag zum Anlass, Sie zu einer kostenlosen deutschsprachigen Führung einzuladen: ausgehend von der Ausstellung „Wartesaal der Hoffnung“ über das Rothschild-Spital stellen wir Ihnen ausgewählte Objekte und Geschichten im Museum vor, die an das größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts erinnern.»Weiter