Buchpräsentation Tatiana Lecomte „Postkarten können wir eine pro Person schreiben“

2009 gestaltete Tatiana Lecomte in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich und der Stadt St. Pölten ein Mahnmal für die zwischen 1944 und 1945 in St. Pölten Viehofen internierten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Es bestand aus 20.000 Postkarten, die die Künstlerin von Hand schrieb und über den Zeitraum von zwei Jahren an per Zufall ausgewählte St. Pöltnerinnen und St. Pöltner verschickte. Mit blauer Tinte wurde auf jede Karte der Satz geschrieben: „Ich bin gesund, es geht mir gut.“, jene beruhigende Floskel, die - falls Briefverkehr überhaupt erlaubt war - unter dem doppelten Druck von Zensur und Rücksicht-nahme auf die Angehörigen auf keiner Postsendung aus den Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern des Dritten Reichs fehlen durfte.

Tatiana Lecomte konstruierte mit ihrem Mahnmal „Postkarten können wir eine pro Person schreiben“ eine fiktive Kommunikationsebene zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem in der Absicht, Gespräche und Diskussionen zwischen den adressierten BürgerInnen anzuregen. Die auf der Ansichtskarte genannte Website zum Projekt bot neben umfassenden Informationen auch die Möglichkeit, mit der Künstlerin in Kontakt zu treten. Einige EmpfängerInnen nahmen dieses Angebot wahr. Das vorgestellte Buch gibt den Emailverkehr zwischen den BewohnerInnen von St. Pölten und der Künstlerin wieder und vermittelt einen Eindruck von der Bedeutung der zeitlichen Ausdehnung des Projekts – der täglichen Arbeit.

Begrüßung: Danielle Spera 
Über das Projekt: Dr. Katharina Blaas-Pratscher, Abteilung für Kunst und Kultur, Amt der NÖ Landesregierung
Eintritt frei