„Das rote Fahrrad“ - Lesung mit Paul Lendvai & Mercedes Echerer

"Das rote Fahrrad" sind die von der ungarischen Journalistin Agnes Zsolt 1947 erstmals herausgegebenen Tagebuchaufzeichnungen ihrer Tochter Eva. Nur vom 13. Februar bis zum 30. Mai 1944 reicht die Zeitspanne, in der das 13-jährige Mädchen aufgezeichnet hat, wie in Ungarn damals der Holocaust um sich griff.Das Mädchen wächst bei den Großeltern auf. In der ersten Eintragung heißt es von dem Apotheker: "Bis ich heirate, sagt er, ist es schon ganz egal, ob es ein Arier oder Jude ist - er glaubt sogar, dass man bis dahin wahrscheinlich gar nicht mehr weiß, was das ist, ein Arier." Im Ghetto Nagyvarad werden Mutter und Tochter getrennt. Die Journalistin kommt zunächst ins KZ nach Bergen-Belsen, gelangt in die Schweiz und überlebt.
Agnes Zsolt recherchierte später, dass ihre Tochter am 3. Juni 1944 ins KZ Auschwitz transportiert wurde und dort am 17. Oktober von Josef Mengele "selektiert" – ermordet wurde. Ágnes Zsolt beging 1951, nicht zuletzt aufgrund des Holocaust-Traumas - der Gewissensbisse, selbst überlebt zu haben -, Selbstmord.

Das Buch ist nicht reines Tagebuch. Es spiegelt in der darin auch geschilderten Geschichte seiner Überlieferung die Tragödien praktisch aller Protagonisten. Ein berührend- beklemmendes, authentisches historisches Dokument.

Begrüßung: Danielle Spera
Buchpräsentation: Paul Lendvai
Lesung: Mercedes Echerer


„Das rote Fahrrad“
Nischenverlag, ISBN-13: 9783950334500
120 Seiten, 19,80€

 
 
Eintritt Frei

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