Künstlergespräch mit Andrew M. Mezvinsky über die Installation „A Good Day“

Andrew M. Mezvinsky, geboren 1982 in Philadelphia, zählt zu den interessantesten und vielseitigsten jungen Künstlern, die derzeit in Wien arbeiten. Für das Museum Judenplatz hat Mezvinsky eine Installation geschaffen, die von Primo Levis Betrachtungen zum Überleben in Auschwitz, von seiner Definition eines „guten Tages“ im Konzentrationslager ausgeht.
Für ein Kapitel seines autobiografischen Berichtes „Ist das ein Mensch?“ hat der italienische Schriftsteller einst den Titel „Ein guter Tag“ / „A Good Day“ gewählt – er spielt auf die ersten Strahlen der Frühlingssonne in Auschwitz an, die eine kleine Hoffnung auf Überleben birgt: „Heute kommt sie etwas früher als gestern; heute ist es ein bisschen wärmer als gestern; in zwei Monaten, in einem Monat wird die Kälte von uns ablassen, und wir werden einen Feind weniger haben.“
Primo Levis Titel übernehmend, schuf Mezvinsky im Museum Judenplatz mittels interaktiver handgezeichneter Animationen und neuester Multimediatechnologie einen Raum, der die Grundbedingungen der menschlichen Existenz im Moment widerspiegelt. Die Besucher werden Teil der Installation, bekommen vom Künstler eine Rolle zugedacht und vermögen so persönlich zu entdecken, welche Metapher sich hinter Levis „A Good Day“ verbirgt. Die vom Künstler gestaltete animierte Szenerie der „Frühlingsweihe“ soll als Sinnbild für Befreiung und neuen Lebenswillen erkannt werden.

Der Artist Talk im Rahmen der VIENNA ART WEEK gibt Interessierten die Möglichkeit, mit dem amerikanischen Künstler in einen unmittelbaren Dialog zu treten, mehr über sein bisheriges Schaffen zu erfahren und einen tieferen Einblick in das von ihm für das Jüdische Museum Wien konzipierte Projekt zu bekommen.

* Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung erforderlich: events@jmw.at