meeting jedermann : rabinovich revisited

Im Jüdischen Museum Wien tritt die Schriftstellerin Julya Rabinowich in einen Dialog mit dem Werk ihres Vaters, des Künstlers Boris Rabinovich. Der 1938 in Leningrad geborene Boris Rabinovich arbeitete als Architekt und Industriedesigner, wurde in der ehemaligen Sowjetunion zum Dissidenten und gelangte schließlich 1978 nach Wien, wo er sich auf die bildende Kunst konzentrierte. 1988 reiste er zurück in das noch nicht umbenannte Leningrad und starb 50-jährig unmittelbar nach seiner Ankunft in seiner früheren Heimatstadt. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der ersten bis zur letzten Wiener Serie von Boris Rabinovich. Rabinovich experimentiert mit Licht und Schatten, dem Verborgenen, dem Gesichtslosen, dem verblassenden Ich, das weder vor, noch hinter der Maske zu finden ist.

Die Wiener jüdische Schrifstellerin Julya Rabinowich stellt den von ihr kuratierten Arbeiten ihres Vaters eine eigene Text- und Grafikarbeit gegenüber.

Die Ausstellung ist eine Collage aus Retrospektive, Erinnerung und Illustration. Einige Passagen ihres Debütromans thematisieren die Exponate: „Spaltkopf“ war Julya Rabinowichs Antwort auf die Werke ihres Vaters Boris. Während er in Bildern sprach, malt sie mit Worten.

Kuratorin: Julya Rabinowich
Gestaltung: Bernhard Denkinger
Grafik (Werbemittel und Katalog): Fuhrer Wien