Neues Bauen in Tel Aviv 1930 - 1939. Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen Stuttgart im Jüdischen Museum Wien

Neues Bauen in Tel Aviv 1930 - 1939. Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen Stuttgart im Jüdischen Museum Wien

In Tel Aviv entstand in den dreißiger Jahren das größte städtische Ensemble moderner Architektur. In Europa ausgebildete Architekten setzten in Eretz-Israel die Architektur fort, die im nationalsozialistischen Deutschland verboten worden war. Nur in Israel und besonders in Tel Aviv, der „weißen Stadt“, kann heute noch die Vielfalt und das urbane Potential der heute oft geschmähten klassischen Moderne in der Architektur erlebt werden.

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien von Irmel Kamp-Bandau sind Ergebnis eines Forschungsprojekts, das sich die Sicherung und Aufarbeitung dieses einmaligen Baubestandes zum Ziel gesetzt hat. Sie zeigen den Reichtum und die überraschende Vielfalt, die der in Europa erfundene „Internationale Stil“ in Tel Aviv hervorgebracht hat.

In dem zur Ausstellung erschienen Buch „Tel Aviv - Neues Bauen 1930 - 1939“ schreibt der Münchner Architekturhistoriker Winfried Nerdinger: „Von der Architekturgeschichte bislang weitgehend unbeachtet entstand in den 30er Jahren durch die aus Europa vor Faschismus und Rassismus geflohenen jüdischen Architekten im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina, von den eingewanderten Juden Eretz-Israel genannt, die umfangreichste Bauproduktion aus dem Geist der modernen Architektur. In Haifa, Jerusalem und insbesondere in Tel Aviv, der 'weißen Stadt', kann noch heute gesehen werden, welche Vielfalt und Möglichkeiten, aber auch welche Grenzen im „Neuen Bauen“ steckten.“

Einige der in der Ausstellung vertretenen Architekten stammen aus Österreich oder absolvierten ihr Studium an einer österreichischen Hochschule: Robert Hoff, Josef Neufeld (1899-1980) und Jacov Ornstein (1885-1953).

Kurator: Bernhard Purin