Zeuge einer Epoche. Fotos von David Rubinger

Zeuge einer Epoche. Fotos von David Rubinger

Das Jüdische Museum zeigt Fotodokumentation über die Geschichte des Staates Israel. Über vierzig Jahre hat David Rubinger die Freuden und Leiden des jungen Staates Israel in seinen Bildern festgehalten. Dem gebürtigen Wiener gelang es 1939, im Alter von 15 Jahren, vor den Nazis ins damalige Palästina zu fliehen, wo er die ersten Jahre in einem Kibbuz im Jordantal verbrachte. Während seines Dienstes in der Britischen Armee entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Als er sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit seiner Familie in Jerusalem niederließ, beschloß er, sein bisheriges Hobby zu seiner ausschließlichen Lebensaufgabe zu machen. Ab 1952 Fotografierte er für die israelische Zeitschrift „Ha’Olam-haze“, bis er 1954 seinen ersten Auftrag für das TIME Magazin erhielt. Ab diesem Zeitpunkt berichtete Rubinger als Fotojournalist von TIME/LIFE über die historisch wichtigsten Ereignisse im Nahen Osten. Als seine Visitenkarte versteht Rubinger seine Aufnahme mit der soeben eingenommenen Klagemauer im Juni 1967. Im Vordergrund heben sich die Gesichter der noch ahnungslosen Soldaten ab, der Schock der Kampferlebnisse ist ihnen ebenso in Gesicht geschrieben wie die Ehrfurcht vor dem heiligen Gemäuer.

Einerlei, ob es sich um die Einwandererproblematik, den israelischen Parlamentsalltag, die Außenpolitik, Krieg oder Terrorismus handelt, sind es stets Menschen, die Rubingers Fotos prägen. Als Fotojournalist bemüht sich Rubinger stets um Ausgewogenheit und Objektivität, weshalb ihn auch der ehemalige Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, anlässlich der 40-Jahr-Feiern des Staates Israel bat, eine Auswahl seiner Bilder im Jerusalem-Museum auszustellen. Wir freuen uns, diese wertvolle Fotodokumentation nun auch in Wien zeigen zu können. Als einfühlsames und doch kritisches Zeugnis einer Epoche erhebt die Sammlung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird jedoch dem Anspruch gerecht, den Besuchern einen - vielleicht neuen - Einblick in die Geschichte des modernen Staates Israel zu geben.

Die Ausstellung wurde von Israels Botschafter Dr. Yosef Govrin in Anwesenheit des Ehrengastes David Rubinger eröffnet. Jerusalems Altbürgermeister Teddy Kollek übermittelte dem Jüdischen Museum zur Eröffnung der Ausstellung eine Glückwunschadresse, in der er David Rubinger seinen tief empfundenen Dank für sein Wirken ausspricht.

Kuratorin: Cristina Wollner