Programm Frühjahr / Sommer 2013:
| Datum | Titel |
|---|---|
| 13. Januar | Baustellenführung im Palais Hansen |
| 21. Januar | Vortrag: Menschen-Bildung. Rabbinisches zu Lernen und Lehren jenseits von Pisa |
| 31. Januar | Besuch im Fotoatelier Setzer-Tschiedel |
| 06. Februar | Aktuelle Perspektiven: Wiener-Wiesenthal-Institut-für-Holocaust-Studien (VWI) |
| 18. Februar | Führung hinter die Tapetentür |
| 28. Februar | Exklusive Präsentation von Esther-Rollen |
| 05. März | Frühe Metallobjekte der Wiener Werkstätte |
| 20. März | Fundraising-Gala |
| 11. April | Kuratorenführung: Alle Meschugge? Jüdischer Witz und Humor |
| 17. April | Hintergrundgespräch mit Julya Rabinowich |
| 30. April | Brennende Bücher: Zensur und Menetekel |
| 05. Mai | Stadtspaziergang über die Mazzes-Insel |
| 17 - 20 Mai | Studienreise jüdisches Dresden |
| 28. Mai | Ordentliche Generalversammlung |
| 06. Juni | Kuratorenführung: Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen |
| 09. Juni | Studienfahrt Jüdisches Mähren |
| 26. Juni | Ausblick auf die neue Dauerausstellung |
Vortrag: „Menschen-Bildung. Rabbinisches zu Lernen und Lehren jenseits von Pisa“
Montag, 21. Jänner
Die traditionellen Texte des Judentums bestehen nicht nur aus religiösen Vorschriften, sondern auch aus Verhaltenshinweisen für den Alltag. Zum Teil aus der Antike stammend, bieten sie dennoch interessante Anknüpfpunkte für die aktuelle Bildungsdebatte. In mancher Hinsicht könnten sie uns heute sogar als Vorbild dienen.
Prof. Gerhard Langer, Vorstand des Instituts für Judaistik an der Universität Wien, erläutert, wie rabbinische Traditionen den Gelehrten als idealen Menschen ins Zentrum rückt. Ohne Menschenbildung läuft unsere Gesellschaft Gefahr, reine Maschinen zur Verrichtung von Aufgaben auszubilden. Gefragt ist jedoch vielmehr die Herausarbeitung einer Gesamtpersönlichkeit, die mit ethischer Kompetenz einen solidarischen Beitrag zur Gesellschaft leistet.
In Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde der Universität Tel Aviv.
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Besuch im Fotoatelier Setzer-Tschiedel
Donnerstag, 31. Jänner
Im Rahmenprogramm zur Ausstellung „Vienna‘s shooting girls“ öffnen uns der Fotohistoriker Mag. Gerald Piffl und der Geneologe DI Georg Gaugusch die Tür zu einem verborgenen Schatz der österreichischen Fotografiegeschichte. Das 1909 gegründete Atelier Setzer-Tschiedel hat samt Einrichtung und Archiv bis heute am originalen Ort überlebt.
Hier traf sich das who-is-who der Wiener Gesellschaft der 1910er bis 30er Jahre, darunter Künstler wie Arthur Schnitzler, Stefan Zweig und Arnold Schönberg genauso wie Vertreter der ersten jüdischen Familien Wiens. Eines von ca. 20.000 Glasplattenportraits zeigt den jungen Ignaz Ephrussi (1906-1994), der später einen Hasen mit Bernsteinaugen erben wird. Aber das führte uns bereits zu einer anderen Geschichte.
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Aktuelle Perspektiven: Wiener-Wiesenthal-Institut-für-Holocaust-Studien (VWI)
Mittwoch, 06. Februar
Das VWI widmet sich im Sinne seines Namensgebers Simon Wiesenthal allen Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und Holocaust betreffen, inklusive deren Vorgeschichte und Folgen. Nach der Aufnahme des provisorischen Betriebs im Jahr 2009 wurden zunächst die Grundpfeiler in den Bereichen Vermittlung und Dokumentation errichtet. Im Herbst 2012 erreichte die Aufbauarbeit mit dem Start eines Fellowship-Programms auch im Bereich der Forschung eine weitere wichtige Etappe.
In einem Hintergrundgespräch berichtet der VWI-Geschäftsführer Dr. Béla Rásky von aktuellen Perspektiven dieses internationalen Dokumentations- und Forschungszentrums, von Pionierwillen und drängendem Raumbedarf.
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Führung durch die Präsidentschaftskanzlei in der Wiener Hofburg
Montag, 18. Februar
Hinter der berühmtesten Tapetentür des Landes wird mitten in Wien bis heute Geschichte geschrieben. In den prächtigen und heute öffentlich nicht zugänglichen Räumen lebte und arbeitete Maria Theresia 63 Jahre lang. Zwei Gemälde mit Szenen einer Gluck-Oper erinnern an die Hochzeit ihres Sohnes Joseph II., dessen Wahlspruch „Mit Tugend und Beispiel“ lautete.
In seinem Arbeitszimmer steht der Schreibtisch von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, der 1956 am Wiener Humanistischen Gymnasium maturierte und später etwa Amnesty International Österreich mitgründete und ein Ehrendoktorat der Universität Tel Aviv verliehen bekam.
Unser Rundgang mit dem Leiter für Veranstaltungen, Dr. Markus Langer, eröffnet Perspektiven, die im Fernsehen verborgen bleiben.
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Von Babylon bis Wien und Hannover: Exklusive Präsentation von Esther-Rollen
Donnerstag, 28. Februar
On the rivers of Babylon rettet Esther ihr Volk vor über 2300 Jahren vor der Vernichtung. An dieses Wunder erinnert Purim, das zu den wichtigsten jüdischen Festen zählt und heuer am 23. und 24. Februar gefeiert wird. Traditionsgemäß wird das Buch Esther in prächtig illustrierten Handschriften in Rollenform geschrieben.
Dr. Emile Schrijver, Direktor der Amsterdamer Biblioteca Rosenthaliana und weltweit einer der Experten zu jüdischen Handschriften, präsentiert gemeinsam mit der Sammlungsleiterin im JMW, Dr. Gabriele Kohlbauer, ausgewählte kostbare Esther-Rollen aus dem Museumsbestand, die nur selten schaugestellt werden können. Als Referenz dient eine prächtige, über sechs Meter lange(!) Esther-Rolle der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zu Hannover, die 1746 auf Deutsch(!) verfasst, aktuell in einem aufwendigen Verfahren faksimiliert wurde und erstmals in Österreich zu sehen ist.
In Kooperation mit dem TASCHEN Verlag.
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Frühe Metallobjekte der Wiener Werkstätte im MAK
Dienstag, 05. März
Im Kosmos von „Wien um 1900“ leuchtet die Wiener Werkstätte (WW) als ein besonderer Leitstern. Ihre Gründung und weitere Entwicklung ermöglichte erst die langjährige, mäzenatische Unterstützung ihres langjährigen Gesellschafters Fritz Waerndorfer, Sproß einer jüdischen Textilindustriellenfamilie.
Dr. Elisabeth Schmuttermeier, WW-Expertin und Kuratorin im MAK, führt uns zu einzigartigen Metallarbeiten der WW, die heute regelrechten Kultstatus genießen. In der seit November 2012 neu aufgestellten Schausammlung zu „Wien um 1900“ erfahren wir auch, welchen Anteil etwa die Familien Mautner, Wittgenstein und Zuckerkandl an der Entwicklung der Wiener Werkstätte hatten.
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Fundraising-Gala im Rahmen der Ausstellung „Alle meschugge? Jüdischer Witz und Humor“
Mittwoch, 20. März
Im Verein der FREUNDE findet das Jüdische Museum Wien einen verlässlichen Partner bei der Umsetzung seiner Aufgaben. Mit großem Stolz können wir auf kleinere und größere Glanzpunkte in der Museumssammlung blicken, die durch unsere Unterstützung angekauft werden konnten.
Mit dem Erwerb eines Schlüsselobjektes planen wir aktuell das Museum bei der Realisierung der neuen Dauerausstellung zu unterstützen, die im Herbst eröffnet wird. Die nötigen finanziellen Mittel soll etwa diese Fundraising-Gala einspielen. Wir bieten Firmen die Möglichkeit, Gäste in das Museum einzuladen. Sie erleben einem besonderen Abend mit jüdischem Witz und Humor, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberger live on stage sowie ein festliches Gala-Dinner. Übrigens können FREUNDE auch Einzelplätze buchen, die als Spende an das Jüdische Museum der Stadt Wien steuerlich absetzbar sind.
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Kuratorenführung durch die Ausstellung „Alle meschugge? Jüdischer Witz und Humor“
Donnerstag, 11. April
Humor ist ein wesentlicher Bestandteil jüdischen Lebens. Er ist warmherzig und menschenfreundlich, nach dem Holocaust aber auch kohlrabenschwarz und zynisch. Die Ausstellung beleuchtet unterschiedliche Facetten jüdischen Humors, von seinen Wurzeln in Osteuropa bis hin zu Ephraim Kishon in Israel, Billy Wilder, Mel Brooks, Woody Allen und Sasha Baron Cohen in Hollywood.
Mit den Kuratoren, Dr. Marcus Patka und Dr. Alfred Stalzer, begeben wir uns auch auf die Spuren von Karl Farkas, Fritz Grünbaum, Friedrich Hollaender, Hermann Leopoldi, Ernst Lubitsch und Kurt Tucholsky, deren Namen für die Hochblüte der Unterhaltungskultur im Wien und Berlin der Zwischenkriegszeit stehen. Im Wien der Nachkriegszeit gelingt es Georg Kreisler, Gerhard Bronner, Hugo Wiener und einmal mehr Karl Farkas an die jüdische Tradition des Humors anzuknüpfen.
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Hintergrundgespräch mit Julya Rabinowich
Mittwoch, 17. April
Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Sie ist Autorin zahlreicher Theaterstücke, Malerin und Simultandolmetscherin; für ihren Debütroman Spaltkopf (2008) erhielt sie u.a. den Rauriser Literaturpreis. Die englische Übersetzung des Romans machte sie auch international bekannt. 2011 erschien ihr vielbeachtetes Buch Herznovelle, ein Jahr später Die Erdfresserin.
Im Rahmen der von Rabinowich im JMW kuratierten Ausstellung meeting jedermann : rabinovich revisited, die Werke Ihres Vaters Boris Rabinowich (1938–1988) präsentiert, berichtet die Autorin in einem Hintergrundgespräch von ihrer Kindheit in Russland, der Zeit als jugendliches Punk-Girl in Wien, welche Bedeutung Familie für sie hat und welche Projekte sie derzeit beschäftigen.
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Brennende Bücher: Zensur und Menetekel
Dienstag, 30. April
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen läßt 1823 Heinrich Heine eine Romanfigur als Kommentar auf eine Koranverbrennung sagen. Heuer jährt sich nicht nur zum 80. Mal die Bücherverbrennung in Berlin. Heute genau vor 75 Jahren hat auf dem Salzburger Residenzplatz die einzige nationalsozialistische Bücherverbrennung auf österreichischem Boden stattgefundenen, ein barbarischer Akt mit trauriger Tradition.
Dr. Domagoj Akrap, Mitarbeiter der Bibliothek des JMW, erläutert anhand historischer Beispiele Vorläufer der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen: So führte etwa die Pariser Talmudverbrennung 1242 zu einer Vernichtung fast sämtlicher jüdischer Schriften in Frankreich.
Ausgewählte Bücher aus dem einmaligen Bestand des Jüdischen Museums dokumentieren Zensurmaßnahmen, die uns heute absurd erscheinen könnten.
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Stadtspaziergang über die Mazzes-Insel
Sonntag, 05. Mai
In Anlehnung an ungesäuertes Brot (Mazzen bzw. Mazzot), das ein wichtiger Bestandteil des jüdischen Pessachfests ist, wird der zweite Bezirk Mazzes-Insel genannt. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung Heute in Wien 2012. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Josef Polleross, die noch bis zum 12. Mai im Museum Judenplatz gezeigt wird, folgen wir Josef Polleross und dem Spezialisten zur jüdischen Geschichte des zweiten Bezirks, Eduard Konrad, auf ihrem Erklärungen durch die Leopoldstadt.
Was hier 1624 mit dem ersten jüdischen Ghetto in Wien begann, entwickelte sich zu einem Ort blühender jüdischer Kultur, an den Juden nach Vertreibungen immer wieder zurückkehren. Bis heute trägt die Leopoldstadt mit Recht den Namen Mazzes-Insel.
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Studienreise Jüdisches Dresden
17. - 20. Mai
Das Auge sieht sich nimmer satt, sagt Salomo in seinen Sprüchen.
Ach, dass er Dresden nicht gesehen hat! (D. Triller, 1732)
Seit dem Zustrom 10.000er Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in das wiedervereinigte Deutschland hat sich auch Dresden zu einem lebendigen Ort jüdischen Lebens in Deutschland entwickelt. Sichtbarstes Zeichen dieser Anknüpfung an die Zeit vor 1933 bildet seit 2001 der prägnante Synagogenneubau.
Freitag, 17. Mai
Das Programm unser Studienreise beginnt mit einem Zwischenstopp in Berlin, wo wir zwei Aufsehen erregende Projekte besuchen: die 1927 im Bauhausstil errichtete Jüdische Mädchenschule, die aktuell als Gallery Space und kulinarischer Hotspot reaktiviert wurde sowie die von Daniel Libeskind geplante und erst seit November 2012 eröffnete Bildungsakademie des Jüdischen Museums.
Nach einem Mittagessen geht es weiter nach Dresden per Bahn. Hier beschließen wir den Tag nach Hotelbezug und einer Stadtrundfahrt, die uns einen Überblick zu den Highlights von Dresden liefert, mit einem gemeinsamen gemütlichen Abendessen.
Samstag, 18. Mai
Was Salomon verpasst hat, entdecken wir auf einem geführten Altstadtspaziergang: Neben Frauenkirche, Schloß und Oper etwa den berühmten Zwinger, wo August der Starke 1732 im sogenannten „Juden-Cabinett“ mit einem imposanten Holzmodell des salomonischen Tempels und weiteren Objekten das wohl erste jüdische-ethnografische Museum der Welt gründete. Nach einem Mittagessen erschließt uns eine Hintergrundführung in der sagenhaften Schatz- und Kunstkammer im Grünen Gewölbe oft unentdeckte jüdische Bezüge. Im Hygienemuseum sprechen wir mit Kuratoren über die infame Rolle dieser Institution, die während der NS-Zeit aktiv mit Filmen und Ausstellungen propagierte, was „lebenswert“ war oder nicht. Der Abend steht zur freien Verfügung.
Fakultativ: gemeinsames Abendessen.
Sonntag, 19. Mai
Unsere jüdische Stadterkundung setzen wir mit einem geführten Spaziergang durch die lebendige Neustadt fort und besuchen auch den ältesten jüdischen Friedhof Sachsens. Nach einem Mittagessen sind wir in der Synagoge mit dem erst gut drei Wochen zuvor offiziell eingeführten, ersten fest angestellten Rabbiner nach 1945 verabredet. Er berichtet von seiner Gemeinde und führt uns durch das beeindruckende neue Jüdische Zentrum.
Der weitere Tag steht zur freien Verfügung
Fakultativ: Busausflug nach Meißen. Hier besichtigen wir die malerische Albrechtsburg, wo 1708 das europäische Porzellan erfunden wurde. Ein Altstadtspaziergang führt uns zur jüdischen Geschichte von Meißen und in ein stimmungsvolles Restaurant.
Montag, 20. Mai
Der Vormittag steht zur freien Verfügung.
Fakultativ: Hintergrundgespräch im Militärhistorischen Museum, das 2011 nach einem Umbau von Daniel Liebeskind eröffnet wurde und zu den innovativsten Museen Deutschlands zählt.
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Ordentliche Generalversammlung
Dienstag, 28. Mai
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Kuratorenführung durch die Ausstellung: Manfred Bockelmann. Zeichnen gegen das Vergessen
Donnerstag, 06. Juni
Auf großformatigen Kohlezeichnungen portraitiert Manfred Bockelmann (*1943) Kinder und Jugendliche, die zu Opfern des Nazi-Terrors wurden. Es geht ihm nach eigenen Aussagen darum »zumindest einigen wenigen Namen und Nummern Gesichter zu geben, ein paar Menschen aus der Anonymität der Statistik herauszuheben«.
Der Ausstellungskurator und Vorstand der Leopold Museum-Privatstiftung, Dr. Diethard Leopold, macht uns mit einem Werkblock Bockelmanns bekannt, der im Leopold Museum erstmals ausgestellt wird. Die archaische, brüchige, von der Hand des Künstlers geführte Kohle wirkt auf ihre Weise gegen die Kälte und Stabilität der erkennungsdienstlichen fotografischen Vorlagen der Nazibehörden, gegen das mörderische, kein Widerreden duldende Arrangement.
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Studienfahrt Jüdisches Mähren: Třebíč und Telč
Sonntag, 09. Juni
Mähren ist für unsere FREUNDE immer eine Reise wert. Sie führt uns heute im bequemen Reisebus in zwei bemerkenswerte Orte, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
Das jüdische Viertel in Třebíč - mit verwinkelten Gassen und Flusskieselpflaster, mit Häuser in verschiedenen Baustilen, Durchgängen und kleinem Platz - ist eines der wenigen vollständig erhaltenen jüdische Viertel Europas. Zur Zeit der dichtesten Besiedlung lebten hier mehr als 1.200 Jüdinnen und Juden, die fast 60 Prozent der Bevölkerung bildeten. Ein eigenes Rathaus, eine Armenanstalt, ein Krankenhaus, zwei Synagogen und eine Schule dokumentieren bis heute die Bedeutung dieser jüdischen Ansiedlung in Mähren. Mit über 2.600 Grabsteinen zählt der im 17. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof nach dem Friedhof in Prag zum größten und besterhaltenen Friedhof in Tschechien. Der älteste lesbare Grabstein datiert auf das Jahr 1625.
Weiters sehenswert ist die prächtige St.-Prokop-Basilika aus dem 13. Jahrhundert mit romanischen und gotischen Stilelementen. Sie ist der beeindruckende Überrest des Benediktinerklosters Maria Himmelfahrt, das den Nukleus der Stadtgründung von Třebíč bildete und im 30jährigen Krieg zerstört wurde.
Nach dem Mittagessen fahren wir weiter nach Telč, dessen Hauptattraktion einer Katastrophe zu verdanken ist. Ein verheerender Stadtbrand verursachte 1530 massive Schäden und führte zum einheitlichen Aufbau der Häuser am historischen Marktplatz, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, im Stile der Renaissance. Ausgeführt wurden die Arbeiten von italienischen Handwerken, die durchgehende Laubengänge und mit Fresken und Sgrafitti geschmückte Fassaden schufen. Besonders bemerkenswert ist ein Bildzyklus mit Motiven aus dem Alten Testament.
Nach einem Abendessen kehren wir zurück nach Wien.
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Ausblick auf die neue Dauerausstellung im JMW
Mittwoch, 26. Juni
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Am 18. November 2013 ist es soweit und die neue Dauerausstellung des Jüdischen Museums Wien wird eröffnet. Die Direktorin Dr. Danielle Spera und der Chefkurator Dr. Werner Hanak-Lettner berichten vorab den FREUNDEN in einem Hintergrundgespräch, was das Publikum erwarten wird und präsentieren Skizzen des räumlichen Konzeptes, das alle Stockwerke in die Gestaltung mit einbeziehen wird.
Apropos: Zur Eröffnung plant der Verein in guter Tradition „sein“ Museum mit dem Erwerb eines Schlüsselobjektes zu unterstützen.
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