Porträt Salomon Sulzer
Zustand:
Das Gemälde wurde möglicherweise in zerstörerischer Absicht zerschnitten/zerrissen. Im Zentrum befindet sich ein mehrfach verästelter, hakenförmiger Riss, der durch das Kinn, den Hals und den Oberkörper des Dargestellten verläuft. Daneben sind mehrere teils ebenfalls langgezogene Risse und einstichartige Löcher festzustellen. An den Rissen sind vielfach Fäden aus dem Webverbund gelöst. In der Umgebung der Risse und Deformationen sind ausgedehnte, bis zur Leinwand reichende Fehlstellen und Haftungsverluste der Grundierung und Malschicht festzustellen. Die Leinwand ist schwach gespannt und deformiert. Die Firnisschicht ist relativ stark vergilbt. Die Oberfläche ist weitreichend verschmutzt.
Maßnahmen:
Transportsicherung, Festigung der Malschicht, Reinigung der Oberfläche, Einweben der aus dem Webverbund gelösten Fäden, punktuelle, mikroskopisch genaue Verklebung der gerissenen Fadenenden, Behandlung der Deformation im Bildträger, Ausgleich der Spannung, Kittung und Oberflächenstrukturierung der Fehlstellen, Firnisreduktion, Gouacheretusche, Auftrag eines Firnisses, Harz-Ölretusche, Montage eines Rückseiteschutzes, schriftliche und fotografische Dokumentation
Arbeitszeit:
140 Stunden
Kosten:
€ 6.750,-
Salomon Sulzer (1804 Hohenems - 1891 Wien) wurde 1826 an den neuen Tempel in der Seitenstettengasse in Wien berufen, wo er 56 Jahre lang das Amt des Oberkantors innehatte. Er studierte Komposition Ignaz von Seyfried und hatte später auch eine Professur für Gesang am Wiener Konservatorium inne. Parallel zu Mannheimers gemäßigter Reformierung des Ritus gab Sulzer auch dem synagogalen Gesang eine neue, an die Zeit und die Umwelt angepasstere Form, ohne den spezifisch jüdischen Charakter der synagogalen Tonkunst preiszugeben. Seine liturgischen Gesänge publizierte er 1838 erstmals mit "Schir Zion", einem Werk, das ihm auch über die Grenzen Österreichs hinaus berühmt machte. Verheiratet war Salomon Sulzer mit der Hohenemserin Fanni Hirschfeld. Das Paar hatte 16 Kinder.

