Sammlungen

Sammlung Stern

Das Jüdische Museum Wien hat 1994 die große Sammlung von Eli Stern angekauft. Diese umfasst Bücher, Ritualgegenstände sowie andere Objekte, Textilien, Urkunden und Dokumente, Ansichtskarten sowie zahlreiche Archivalien. Im Museumsinventar befinden sich 2826 Einträge, in der JMW-Bibliothek noch einmal über 700 Signaturen. Vieles ist allerdings in Konvoluten zusammengefasst. Einzelne Objekte wie Ritualgegenstände,  insbesondere die synagogalen Textilien sind von großer kulturhistorischer Bedeutung. Der eigentliche Wert der Sammlung liegt jedoch weniger in ihren Einzelstücken, als in ihrer Gesamtheit.

Ein guter Teil der Objekte wurde in Palästina/Israel hergestellt und gibt somit einen tiefen Einblick in die Produktion dortiger Werkstätten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Objekte ließen sich als Momorabilia des Zionismus und der Stadt Jerusalem bezeichnen. Darunter befinden sich zahlreiche Sammelbüchsen oder auch Palästina-Karten neben einer Vielzahl von Souvenirs aus Olivenholz, hinzu kommen Plaketten, Abzeichen und Münzen. Einige Objekte stammen aus der Bezalel-Schule, die Ritualgegenstände jedoch mehrheitlich aus osteuropäischer Produktion. Die Dokumente haben ihren Ursprung in Österreich, vereinzelt auch in Deutschland. Darunter befinden sich Personalausweise, Urkunden, Briefe, Fotografien, institutionelle Papiere, aber auch Eintrittskarten zu Wiener Synagogen. Den wohl größten Schatz der Sammlung Stern bilden die rund 2300 Postkarten aus der Zeit von 1900 bis 1950. Sie spiegeln überaus vielseitig sehnsuchtsvolle Projektionen des "Heiligen Landes" verschiedenster Herkunft wider. Da finden sich Postkarten katholischer Pilger aus deutscher und österreichischer Produktion neben solchen aus Tel Aviv, die den zionistischen Aufbau des Landes abbilden, so etwa die moderne Straßenführung und die Bauhaus-Architektur in Tel Aviv. Diese Dokumentation ist von besonderem Reiz, weil sie die frühe Aufbauphase vor der Staatsgründung verewigt. Dies wird ergänzt durch eine Vielzahl von Jerusalem-Abbildungen, insbesondere die Klagemauer, was wiederum auf einen religiösen Kontext verweist. Vereinzelt finden sich auch Postkarten aus den arabischen Nachbarländern. Ein weiterer Themenbereich ist das osteuropäische Judentum, so enthält die Sammlung Postkarten aus der Tschechoslowakei, Ungarn und Polen.