Jüdisches Museum Wien präsentiert:

Stein auf Stein


14. Juni 2006 bis 22. Oktober 2006

Museum Judenplatz
Judenplatz 8
1010 Wien

im Museum auf dem Judenplatz

Von 14. Juni 2006 bis 22. Oktober 2006 zeigt das Jüdische Museum in seiner Außenstelle auf dem Judenplatz mit „Stein auf Stein“ eine Ausstellung über jüdische Friedhöfe in Österreich. Das Ende des Zweiten Weltkriegs markierte auch das Ende der größten ideologisch begründeten Massenvernichtungen in der Geschichte der Menschheit: des Holocausts. Dieser bedeutete neben der systematischen Ermordung von sechs Millionen Juden auch den Bruch der Kontinuität der jüdischen Gemeinden und ihrer weit reichenden intellektuellen, soziokulturellen und politischen Bedeutung für die gesamte Gesellschaft.

Dieser Bruch wurde im österreichischen Geschichtsbild bis heute nicht überwunden. Im Schulunterricht, im öffentlichen Diskurs und in Gedenkveranstaltungen bleibt die jüdische Historie meist auf die Jahre 1933 bis 1945 begrenzt. Was aber war davor, was ist danach? Stumme Zeugen des Jahrhunderte langen regen jüdischen Lebens vor der Schoa und danach sind die Grabsteine auf zahlreichen israelitischen Friedhöfen Österreichs. Steine erzählen individuelle Schicksale, und nur ihre Gesamtheit kann ein Bild der wechselhaften Geschichte der Juden in Österreich vermitteln.

Fotograf Heinz Schmidt und Autor Andreas Feiertag werfen in ihrem Projekt „Stein auf Stein“ kunstvolle Schlaglichter auf diese Geschichte. In Bildern und Texten von Friedhöfen und ihren Toten skizzieren die beiden das Leben in jüdischen Gemeinden vom Neusiedlersee bis zum Bodensee vom 15. Jahrhundert bis heute. Sie zeichnen an Hand Schicksalen einzelner Personen unterschiedlichster Herkunft, die auf diesen Friedhöfen begraben sind, die Entwicklung der jüdischen Gemeinden nach und vermitteln dabei über die Ebene der persönliche Schicksale weit hinausreichende Zusammenhänge mit der jüdischen Geschichte Österreichs im Wandel der Zeiten.

„Stein auf Stein“ ist von 14. Juni 2006 bis 22. Oktober 2006 im Museum Judenplatz (1010 Wien, Judenplatz 8) zu sehen. Das Museum ist Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, an Freitagen von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine kostenlose Führung. Detailinformationen zur Ausstellung und zu den Vermittlungsangeboten im Internet unter www.jmw.at.
 

Der Fotograf und der Autor

Heinz Schmidt, Jahrgang 1951, lebt und arbeitet als Kunstfotograf in Langen bei Bregenz. Derzeit arbeitet er an einem Projekt mit dem Vorarlberger Künstler Gottfried Bechtold. Zuletzt erschienene Kunstmappen: „Bilder aus dem Totenhaus“ mit Christian Christian Thanhäuser, Paul Renner und Medlar Lucan, sowie „Adalbert Stifter – Der Weg nach Schwarzbach“ mit Christian Thanhäuser.

Andreas Feiertag, Jahrgang 1968, lebt und arbeitet als Journalist in Wien. Derzeit arbeitet er als Wissenschaftsredakteur bei der Tageszeitung „Der Standard“. Zuletzt erschienene Bücher: „Das neue bürgerliche Lager“ (Molden) und „Wirtschaftsfaktor Brustkrebs“ mit Franz Fischl (Springer). Mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem „Prof. Claus Gatterer Preis für sozialkritischen Journalismus“ und dem “European Junior Science Writers Award”.
 

Die Friedhöfe und die in der Ausstellung porträtierten Persönlichkeiten
  • Wien Rossau. Samuel Oppenheimer. gestorben 1703.
  • Eisenstadt. Meir Ben Isak Eisenstadt. gestorben 1744.
  • Graz. Antonie Bienenstock. gestorben 1905.
  • Hohenems. Jeanette Landauer. gestorben 1867.
  • Innsbruck. Robert Schüller. vergast 1943.
  • Klagenfurt. Esther. lebt.
  • Linz. Ludwig Hatschek. gestorben 1914.
  • Salzburg. Robert Jungk. gestorben 1994.
  • Baden. Otto Rausnitz. gestorben 1937.


Weiterführende Informationen:

» Zur Ausstellung


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