Tel Aviv
Hot City Cool
10. Juni bis 11. Oktober 2009
Palais Eskeles
Dorotheergasse 11
1010 Wien
Das Jüdische Museum Wien widmet Tel Aviv von 10. Juni bis 11. Oktober 2009 zum 100-Jahr-Jubiläum im Auditorium des Palais Eskeles eine Fotoausstellung der besonderen Art - gezeigt werden künstlerische Fotoarbeiten von Shira Azar, Ilan Camri, Nimrod Gershoni, Tal Lapid, Anja Larson, Sara Leviashvili, Noa Mager, Matan Mittwoch, Yehudit Muller, Carmelle Rubinstein, Asaf Shaham, June Shor, Natisha Shpaner, Maya Smira, Mika Yaari und Eli Zuta, die diese auf Einladung des Museums eigens für die Ausstellung fotografiert haben. Sie alle sind Studenten der von Prof. Erez Golan geleiteten Fotoklasse der "Minshar of Art"-Kunsthochschule. Diese wurde 2005 gegründet und umfasst weitere Klassen für Animation, Grafisches Design, Film, Theater, die Schönen Künste und Autoren für Literatur, Film und Medien.
"Minshar" bedeutet so viel wie "Manifest", da für die Gründer dieser Schule Kunst in der öffentlichen Diskussion und in allen Bereichen der Gesellschaft ein weit größerer Platz eingeräumt werden sollte. Untergebracht ist die Schule im ehemaligen Tel Aviver Industrieviertel Harakevet, das durch Einfügung einer studentischen Szene neu belebt wurde. Schon in dieser kurzen Zeit ihres Bestehens konnte "Minshar for Art" einige prestigeträchtige Erfolge erzielen: So wurden Filme ihrer Studenten bei den entsprechenden Festivals in Cannes, Jerusalem, München und Quebec gezeigt, Arbeiten der Animationsklasse wurden bei den renommiertesten Festivals präsentiert, hinzu kommen permanente Kooperationen mit dem Israeli Opera House, der Bat-Sheva Dance Company, dem Habima Theater und anderen kleineren Kunst-Institutionen.
Eine fotografische Liebeserklärung an die Stadt
Knapp 39 Jahre vor der Staatsgründung Israels wurde 1909 nördlich der Jahrtausende alten Siedlung Jaffo der Grundstein für die Stadt Tel Aviv gelegt. In der Zwischenkriegszeit entstand hier ein Juwel moderner Stadtplanung mit geradliniger Straßenführung und mehr Bauhaus-Architektur als in jeder anderen Stadt der Welt. Heute ist der Großraum Tel Aviv eine pulsierende Metropole voller Gegensätze, in der sich Orient und Okzident begegnen. Seine Bewohner haben ihre Wurzeln in mehr als 80 Ländern Europas, Asiens und Afrikas. Tel Aviv vereint Diamantenbörse und levantinischen Bazar, eine florierende Szene von Elektronik-Musik und Informatik - und in anderen Stadtvierteln orthodoxe Juden in ihrer traditionellen Gewandung. Das besondere Flair ergibt sich durch die Lage am Meeresstrand, dem eigentlichen Zentrum der Stadt. Mit Blick in den Sonnenuntergang findet die Alltagshektik hier oft ihre Entspannung.
Die im Palais Eskeles präsentierten Fotos über Tel Aviv beeindrucken ebenso durch ihre hohe künstlerische Qualität wie durch eine latente Renitenz gegen den allzu verklärenden Blick der zionistischen Gründergeneration. Hier steht nicht die fulminante und von der UNESCO zum Kulturerbe erklärten Bauhaus-Architektur oder gar eine touristisch verwertbare Perspektive auf den Strand oder das Geschäftsviertel im Vordergrund. Hier wird einerseits eindringlich hinter die Kulissen geschaut, hier sind es die Außenseiter der Gesellschaft, die ins Blickfeld gerückt werden: ein Grafitto-Künstler und Müllsammler, die ihre Identität verheimlichen und daher ihr Gesicht verbergen; illegale Zuwanderer aller Alterstufen und Hautfarben; andererseits präsentiert sich hier auch eine freakige Jugendszene: während der Purim-Umzug sich über die Hauptverkehrsadern ergießt, drücken sich grelle Gestalten in düsteren Underground-Clubs herum. Auch die alltägliche Bedrohung durch den Terror findet ihre künstlerische Spiegelung, sei es durch einen Wachposten auf dem Dach während eines Straßenfestes, das Grafitto einer Cello-Spielerin mit Gasmaske, einen Roboter zum Entschärfen von Bomben oder ein anderes Grafitto, das auf die Ermordung Itzchak Rabins auf dem zentralen, seither nach ihm benannten Platz in Tel Aviv im Jahr 1995 Bezug nimmt. Dass der Bedrohung aber mit einem intensiven "sich nicht unterkriegen lassen" bis hin zu extensiver Lebensfreude begegnet wird, ist auf allen Fotos spürbar. Ergänzt wird diese als Wanderausstellung konzipierte Fotoschau durch historische Stadtaufnahmen in digitaler Form und ausgewählte Objekte aus der hauseigenen Sammlung.
"Tel Aviv. Hot City Cool" ist von 10. Juni bis 11. Oktober 2009 im Auditorium des Jüdischen Museums Wien (A-1010 Wien, Dorotheergasse 11) zu sehen. Das zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Jüdische Museum ist von Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt € 6,50 / € 4,- ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme: Tel.: +43-1-535 04 31-311, 312 bzw. kids.school (at) jmw.at. Weitere Informationen sind unter www.jmw.at zu finden. Parallel zur Ausstellung erscheint eine zweisprachige Broschüre mit Texten von Doron Rabinovici und Israels Botschafter Dan Ashbel im Eigenverlag (ISBN 978-3-901398-54-4, Preis: € 5, -).
Weiterführende Informationen:
» Zur AusstellungDie Verwendung dieses Pressematerials ist honorarfrei. Ein Belegstück jedes Artikels über das Museum und seine Ausstellungen wird erbeten. Für weitere Auskünfte, Fotowünsche etc. steht Ihnen das Pressebüro des Jüdischen Museums jederzeit zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an:
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