Jüdisches Museum Wien präsentiert Werkschau zu
Fritz Schwarz-Waldegg (1889 – 1942)
Maler-Reisen durchs Ich und die Welt
4. November 2009 bis 25. April 2010
Palais Eskeles
Dorotheergasse 11
1010 Wien
Einem heute weitgehend vergessenen Vertreter der expressionistischen Malerei Österreichs ist eine erste umfassende Retrospektive im Jüdischen Museum Wien von 4. November 2009 bis 25. April 2010 gewidmet: Fritz Schwarz-Waldegg. Unter dem Titel "Fritz Schwarz-Waldegg. Maler-Reisen durchs Ich und die Welt" werden mehr als hundert Arbeiten Schwarz-Waldeggs aus allen Schaffensperioden gezeigt. Fritz Schwarz-Waldegg (1889-1942) zählt zu den Pionieren der expressionistischen Malerei Österreichs nach 1918. Im Banne der Neukunstgruppe um Egon Schiele und Oskar Kokoschka sahen viele junge Wiener Maler in der dynamischen Ausdruckskunst eine adäquate künstlerische Reaktion auf die turbulente Zeit rund um das Ende des Ersten Weltkriegs. Ihre Plattform war die Künstlervereinigung "Hagenbund", die bis zu ihrer Auflösung durch die Nationalsozialisten 1938 das wichtigste Forum für expressive und bald auch für neusachliche Kunst der Zwischenkriegszeit bot. Fritz Schwarz-Waldegg zählt neben Josef Floch, Georg Merkel und Franz Lerch zu den zentralen Persönlichkeiten des Hagenbundes, als dessen Präsident er 1924/25 wirkte. Nach dem "Anschluss" 1938 aus seinem Atelier vertrieben, arbeitete er bis zu seiner Deportation und Ermordung 1942 im Untergrund. Die Ausstellung des Jüdischen Museums der Stadt Wien ist die erste Retrospektive dieses weitgehend vergessenen, bedeutenden Wiener Malers der Zwischenkriegszeit.
Die Ausstellung bietet mit ca. 25 Ölbildern sowie rund 80 Aquarellen und Zeichnungen einen repräsentativen Querschnitt durch das Œuvre von Fritz Schwarz-Waldegg und dokumentiert in einem umfassenden Katalog erstmals sein malerisches Werk und seine Biografie. Vom Frühwerk vor dem Ersten Weltkrieg, das deutlich vom Stimmungsimpressionismus des Kreises um Emil Jakob Schindler geprägt ist, über packende und lebendige Schilderungen vom Kriegsalltag an der russischen Front bis zu den ersten Eruptionen expressionistischer Malerei spannt sich der Bogen der ersten Phase im Œuvre des Künstlers. Leihgaben aus Privatbesitz und dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien dokumentieren die vitale, bewegte Handschrift des Malers in den Kriegsjahren. Unter starkem Einfluss von Oskar Kokoschka und Max Oppenheimer wandte Fritz Schwarz-Waldegg anschließend die existentiellen Aufwühlungen des Jahres 1918 in eine Serie großformatiger Allegorien, die sich mit zeittypischem Pathos zu humanen Grundwerten bekennt. Fritz Schwarz-Waldeggs bekanntestes Werk, das Ölbild "Bekenntnis" (1920) aus dem Besitz des Belvedere, in dem sich psychoanalytische Interessen spiegeln, bildet das Zentrum einer Gruppe, in der weitere Expressionismus-typische Themen wie "Ewigkeit", "Quelle" und "Mann und Kristall" die Höhepunkte des Œuvres repräsentieren.
Fritz Schwarz-Waldegg wandte die große künstlerische Energie des Aufbruchs der Jahre um 1919 rasch in eine kosmopolitische Dimension. Zahlreiche Reisen und die dabei entstandenen Bilder zeugen davon. 1921 hält sich Fritz Schwarz-Waldegg in Kopenhagen auf, 1923 am Gardasee und in Rom, 1924 in Paris, wo ein erhaltenes Tagebuch mit Skizzen mehrerer Ausstellungsbesuche entsteht. Schwarz-Waldeggs Reisegefährten Lea Bondi-Jaray, die Besitzerin der Wiener Galerie Würthle, und der Schriftsteller Franz Blei illustrieren das gebildete moderne Kunst-Milieu jener Jahre um die Künstlergruppe Victor Tischler, Josef Floch und andere Künstler, die eine betont kultivierte, frankophile Malerei mit einer gewissen Abstinenz gegenüber avantgardistischen Experimenten betreiben. Weitere Höhepunkte dieser weltoffenen Neugier, die sich in Schwarz-Waldeggs Kunst immer mehr in Richtung Genremalerei wendet, sind seine Reisen nach Spanien (1929) und Bosnien (1933). In der Zeit des Ständestaates (1934-1938) lebt Schwarz-Waldegg weiterhin als bestens etablierter Maler in Wien und beteiligt sich regelmäßig an den Ausstellungen des Hagenbundes. Die Ausstellung dokumentiert diese Jahre mit Genrebildern aus Österreichs Landleben sowie religiösen und historischen Themen, die nun zunehmend das Schaffen bestimmen. Nach dem "Anschluss" 1938 vom offiziellen Kunstbetrieb ausgeschlossen, lebt Schwarz-Waldegg bei seiner Schwester und malt vorwiegend Porträts aus dem Kreis der wenigen verbliebenen Freunde und Unterstützer. 1942 wird er nach Minsk deportiert und dort ermordet. Seine Bilder verbleiben zunächst im Besitz der überlebenden Familienmitglieder und befinden sich heute in Privatsammlungen und Museen in ganz Europa. 1968 fand die letzte, von Georg Eisler organisierte Würdigung in der Wiener Secession statt.
"Fritz Schwarz-Waldegg. Maler-Reisen durchs Ich und die Welt" ist von 4. November 2009 bis 25. April 2010 im Jüdischen Museum Wien (A-1010 Wien, Dorotheergasse 11) zu sehen. Das zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Jüdische Museum ist von Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt € 6,50 / € 4,- ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme:
Tel.: +43-1-535 04 31-130, 131 bzw. kids.school@jmw.at. Weitere Informationen unter www.jmw.at.
KuratorInnen und Katalog
Die Ausstellung wird von Matthias Boeckl kuratiert, Co-Kuratoren sind Andrea Winklbauer und Erich Raithel. Die Ausstellungsgrafik besorgt Peter Baldinger. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen, reich illustrierten Katalog (Hrsg. Matthias Boeckl) mit Texten von Matthias Boeckl, Erich Raithel, Peter Chrastek und Elisabeth Klamper begleitet, der im Verlag Bibliothek der Provinz erscheint und zum Preis von € 29,- erhältlich ist.
Kurzbiografie von Fritz Schwarz-Waldegg (FSW)
(von Matthias Boeckl)
1889
Friedrich Schwarz erblickt am 1. März als Sohn des Magistratsbeamten Max Schwarz (23.5.1854-2.5.1923) und seiner Frau Ernestine, geborene Waldmann (5.10.1858-1.1.1917) das Licht der Welt.
1906
Besuch der privaten Malschule David Kohn in Wien.
1907-1911
Von Oktober 1907 bis Juli 1911 ist FSW Schüler einer Allgemeinen Malerschule an der Wiener Akademie der bildenden Künste, Jahrgangsleiter sind die Professoren Griepenkerl (1907-1910) und Bacher (1910-1911).
1913
Laut eigenen Aufzeichnungen beteiligt sich FSW mit einem lebensgroßen Bildnis an der Frühjahrsausstellung des Wiener Künstlerhauses. Diese ersten Kontakte im professionellen Kunstbetrieb bringen FSW auch in Kontakt mit dem frühen Expressionismus der "Neukunstgruppe" um Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Anton Kolig, die bis 1912 unter anderem auch im Wiener Hagenbund ausstellten. Besonders die Werke von Max Oppenheimer (MOPP) beeindrucken FSW nachhaltig.
1915-1918
Freiwilliger bei den Hoch- und Deutschmeistern, k.k. Inf.-Reg. Nr. 4, bei dem auch der Wiener Maler Georg Merkel dient. Rang eines Leutnants, Einsätze in Galizien und an der Piave in Italien. FSW kann immer wieder malen, beispielsweise Porträts der Offizierskollegen. Einige dieser Arbeiten werden in dem 1928 erschienenen Band "Die Deutschmeister" abgebildet, viele befinden sich heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien.
1916
FSW tritt vom mosaischen zum katholischen Bekenntnis über und lässt sich auf den Vornamen Friedrich Maria am 18. August in der Pfarre Maria Treu in Wien-Josefstadt taufen.
1918
Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutet für viele Künstler eine tief greifende und grundlegende Zäsur. Nach dem noch eher unverbindlich-akademischen Stil, den FSW bis dahin pflegte, setzt nun eine pathosgeladene Eruption ein, die ihn mit seinen Freunden und Kollegen Josef Floch, Maximilian Reinitz, Alois Seibold, Felix Albrecht Harta und anderen verbindet. Ein forcierter Expressionismus in einer kristallartigen, den Kubismus reflektierenden Struktur ist das Kennzeichen dieser Gruppe, die sich innerhalb der Wiener Künstlervereinigung Hagenbund bildet.
1919
FSW tritt dem Hagenbund bei und beteiligt sich an dessen Gastausstellung innerhalb der im Juni und Juli 1919 stattfindenden LIV. Ausstellung der Wiener Secession mit den Ölbildern "L'hirondelle" (Kat. Nr. 3), "Selbstbildnis" (Nr. 6), "Spätsommer" (Nr. 14), "Mann und Kristall" (Nr. 22), "Kulturen" (Nr. 32). Für das Bild "Mann und Kristall" erhält er einen Preis der Stadt Wien.
1920
FSW ist Mitglied der Hängekommission der XXXVI. Hagenbund-Ausstellung (Wiedereröffnung der Zedlitzhalle, Juni-August 1920) und zeigt mehrere Ölbilder. An der XXXVII. Ausstellung des Hagenbundes (Dezember 1920-Januar 1921), dessen Schriftführer er zu diesem Zeitpunkt ist, beteiligt sich FSW unter anderem mit farbigen Zeichnungen.
1921
Beteiligung von Mai bis Juni an der Frühjahrsausstellung (XXXIX. Ausstellung) des Hagenbundes, FSW agiert dabei (gemeinsam mit Ludwig Ferdinand Graf und Anton Peschka) als Mitglied der Hängekommission und zeigt Ölbilder. Als Wohnadresse gibt er Wien IX., Elisabethpromenade (heute: Rossauer Lände) 23 A an, wo er bis 21. Oktober 1938 polizeilich gemeldet bleibt.
FSW reist im August nach Kopenhagen, um sich an einer Österreicher-Präsentation der Künstlervereinigung "Frie Udstelling" zu beteiligen. Bei diesem Aufenthalt entsteht bis September eine Serie von Zeichnungen und Aquarellen mit Motiven aus Kopenhagen.
1922
Im September und Oktober Beteiligung an einer Ausstellung des Hagenbundes in Kaschau (heute Košice/Slowakei) mit neun Ölbildern.
1923
Im Sommer reist FSW nach Italien, wo er zahlreiche Aquarelle malt. Von der Reise bringt er zahlreiche Postkarten mit, nach denen im Wiener Atelier weitere Gardasee-Motive entstehen. FSW beteiligt sich an der Gastausstellung des Wiener Hagenbundes bei der Prager Künstlervereinigung "Manes". Im November beteiligt sich FSW an der "II. Ausstellung der Galerie Flechtheim und der Galerie Würthle" in Wien.
1924
Von 4. Februar bis 5. April reist FSW mit seiner Schwester Paula Schwarz und dem Schriftsteller Franz Blei nach Paris. Man steigt im noblen 8. Arrondissement im Hotel Garnier nahe der Oper in der Rue de l'Isly ab. FSW führt ein ausführliches Tagebuch über die zahlreichen gemeinsamen Museums- und Ausstellungsbesuche, u.a. in der Galerie Kahnweiler und im Salon des Indépendants. Besondere Aufmerksamkeit findet Paul Cézanne. FSW trifft auch die Leiterin der Wiener Galerie Würthle, Lea Bondi-Jaray, den Wiener Maler und Hagenbund-Kollegen Victor Tischler und den großen Architekten Adolf Loos.
1925
FSW beteiligt sich im Mai und Juni 1925 an der L. Ausstellung des Hagenbundes. Darüber hinaus wirkt er zu diesem Zeitpunkt auch als Vizepräsident der Vereinigung und in deren Hängekommission.
1926
FSW nimmt die Funktion des Präsidenten des Hagenbundes (bis 1927) wahr. Am 6. Oktober heiratet seine Schwester Melanie den Bankbeamten Dr. Alexander Julius Adolf Schmid und bezieht am 12. Oktober mit ihm die gemeinsame Wohnung in Wien IX., Wilhelm-Exner-Gasse 13/10, in der auch FSW in der Zeit nach dem "Anschluss" 1938 bis zu seiner Deportation 1942 unterkommt.
1928
FSW arbeitet an einer Serie von Modebildern, die teilweise 1929 in der historischen Genre-Studie "Die elegante Frau. Eine Sittenschilderung vom Rokoko" publiziert werden.
1929
FSW reist nach Spanien und hält sich längere Zeit im Baskenland auf, wo zahlreiche Bilder und Aquarelle entstehen. Später nimmt das Prado-Museum in Madrid zwei Arbeiten von FSW in seine Sammlungen auf.
1930
Im Februar veranstaltet das Seminar für romanische Sprachen und Kultur der Universität Hamburg gemeinsam mit dem Kunsthaus Commeter in der Hermannstraße 37 eine Ausstellung der Spanienbilder von FSW.
1931
Im Mai beteiligt er sich im gleichen Monat an der LXII. Ausstellung des Wiener Hagenbundes, wo er sieben Ölbilder mit Motiven aus Prag und Spanien zeigt.
1932
Im Mai beteiligt sich FSW an der LXIV. Ausstellung des Wiener Hagenbundes] mit vier Ölbildern.
1933
Am 22. Mai spricht FSW auf dem Sender Radio Wien über "Die Aktion ‚Künstler aufs Land'". Die Initiative ist als Solidaritätsaktion für notleidende Künstler konzipiert und richtet an alle "Schlossinhaber, an Guts- oder Villenbesitzer, an die Verwalter gemeinnütziger Institutionen, an die Hoteliers, an die Verwalter von Landheimen oder Klöster und auch an die Bauern die Frage: Wollt ihr über die Sommerzeit einen österreichischen Künstler zu euch laden?" FSW fungiert dabei als Kontaktperson für den Hagenbund. Von April bis Juni werden in der LXVI. Ausstellung des Hagenbundes vier Ölbilder gezeigt, im Dezember wirkt FSW in der Hängekommission der LXVII. Ausstellung mit. Im Sommer unternimmt FSW eine Reise nach Bosnien, wo zahlreiche Bilder entstehen. Er hält sich unter anderem in Jaice und Sarajewo auf.
1934
Im Mai beteiligt sich FSW an der LXVIII. Ausstellung des Hagenbundes mit zehn Arbeiten unter anderem mit Motiven aus Bosnien.
1935
Im Jänner beteiligt sich FSW an der LXIX. Ausstellung des Hagenbundes mit Grafikschwerpunkt mit zehn Arbeiten, im Mai mit 2 Ölbildern an der LXX. Ausstellung. Im Sommer hält sich FSW in Podersdorf am Neusiedler See im Landhaus einer befreundeten Familie auf. Im November zeigt er 14 burgenländische Motive in der LXXI. Hagenbund-Ausstellung.
1936
An der LXXII. Hagenbund-Ausstellung beteiligt sich FSW im Mai mit einem Selbstbildnis in Öl.
1937
Im Jänner stellt FSW im Hagenbund vier Spanien-Aquarelle aus. Im März beteiligt er sich an der Ausstellung "Österreichische Kunst der Gegenwart" im Oberösterreichischen Kunstverein.
Am 28. März richtet FSW an die Sektion Bildende Kunst des Werks "Neues Leben" der Vaterländischen Front die Bitte, die Aktion "Bildende Künstler aufs Land", die er 1933 mit initiiert hatte, weiterzuführen. Im Oktober stellt FSW neun Werke in der LXXIV. Ausstellung des Hagenbundes aus, er wirkt auch in der Hängekommission. FSW beschäftigt sich zunehmend mit Themen der Geschichte und des Brauchtums. Er arbeitet an einer Serie über die Türkenbelagerung Wiens 1683 und nimmt im August am Bregenzer Trachtenfest teil.
1938
Der "Anschluss" Österreichs an NS-Deutschland im März bedeutet für FSW wegen seiner jüdischen Herkunft trotz seines 1916 vollzogenen Übertritts vom mosaischen zum katholischen Bekenntnis und trotz seiner Verdienste im Ersten Weltkrieg das Ende seiner Karriere. Der Hagenbund wird aufgelöst, am Kunstbetrieb dürfen nur mehr Mitglieder der Reichskulturkammer teilnehmen, die Juden verschlossen bleibt. FSW muss sein Atelier an der Rossauer Lände an den Malerkollegen Karl Gunsam abtreten, zahlreiche Bilder sind seither verschollen.
Ab 21. Oktober ist FSW in der Wohnung seiner Schwester Melanie Schmid und ihres Gatten Dr. Alexander Julius Adolf Schmid in der Wilhelm-Exner-Gasse 13/10 in Wien-Alsergrund (bis zu seiner Deportation am 31. August 1942) polizeilich gemeldet. Das Ehepaar Schmid verkauft umfangreiche Bestände seiner Privatbibliothek, um zu überleben. Die "geschützte Mischehe" mit einem "Arier" bewahrt Melanie Schmid vor der Deportation.
1940
Die Tochter von Gottfried Nussgruber, Direktor einer maschinentechnischen Fabrik in Wien, berichtet in ihren Lebenserinnerungen, dass ihr Vater sie von FSW porträtieren ließ. In der Wohnung von Melanie Schmid, der Schwester von FSW, in Wien IX. finden die Sitzungen statt. FSW berichtet dabei von seinen Berliner Jahren und reflektiert auch die aktuelle politische Situation.
1941
Im Juli nimmt FSW am Begräbnis von Gottfried Nussgruber teil. FSW verewigt sich im Poesiealbum von dessen Tochter. Im Dezember treffen sich die beiden am Maria-Theresiendenkmal in Wien, FSW freut sich über den Kriegseintritt der USA, befürchtet aber aufgrund von Berichten aus seinem Umfeld bereits seine Deportation. Ein befreundeter Herr Stelzhammer, Besitzer eines Klavierhauses, bietet die Unterbringung von FSW in einem Gartenhaus an.
1942
FSW wird am 31. August von der Wohnung in Wien-Alsergrund, Wilhelm-Exner-Gasse 13, in das Vernichtungslager Maly-Trostenez bei Minsk in Weißrussland deportiert und dort vermutlich unmittelbar nach der Ankunft am 4. September ermordet. Sein Nachlass verbleibt in Wien bei seiner Schwester Melanie Schmid.
1965
Die Schwestern von FSW, Vilma Dancz und Melanie Schmid, forschen als Besitzerinnen des Nachlasses bei den Hamburger "Werkstätten Heimerdinger" nach Bildern von FSW, da sie eine Gedächtnisausstellung organisieren wollen.
1968
Von 3. bis 24. Dezember veranstaltet die Wiener Secession auf Initiative von Präsident Georg Eisler, der während der NS-Zeit im englischen Exil gelebt hatte, eine Gedächtnisausstellung für FSW aus Beständen seines Nachlasses, der sich im Besitz seiner Schwester Melanie Schmid befindet. Im Katalog schreibt Oskar Matulla ein Vorwort, es werden fünf Ölbilder und 23 Arbeiten auf Papier gezeigt.
1974
Nach dem Tod der Schwester FSWs, Melanie Schmid, in Wien gelangt der Nachlass zur Nichte des Künstlers nach England. Teile davon werden in der Folge vereinzelt in Londoner Galerien und englischen Museen gezeigt.
1985
Ein Teil des Nachlasses wird von der Galerie Fahrenhorst in Hameln/Niedersachsen angekauft und ausgestellt.
Weiterführende Informationen:
» Zur Ausstellung
Porträtfoto Fritz Schwarz-Waldegg, 1930er Jahre
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Alexander Moissi als Der lebende Leichnam (Tolstoi), Kohle und Deckweiß auf Papier, 48,5 x 35 cm
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Ewigkeit, 1921, Öl auf Leinwand, 118 x 66 cm
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Italienische Landschaft, 1923, Aquarell auf Papier, 40 x 47 cm
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