Lesung: Vladimir Vertlib „Schimons Schweigen“ / „Ich und die Eingeborenen“

Im Roman „Schimons Schweigen“ geht Vladimir Vertlib der Frage nach, warum der Vater und sein einst bester Freund Schimon, mit dem er in der Sowjetunion gemeinsam im Untergrund gekämpft hat, dreißig Jahre kein Wort mehr miteinander gewechselt haben. Vertlib versucht dieses Rätsel auf einer emotionalen Reise nach Israel zu lösen, wo er als Kind zwei Jahre lang gelebt hat. ![/sites/default/files/old/2148.jpg:right]("Vladimir Vertlib © Kaindl" "") Die Reise wird für ihn zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst. Seine Familie war, nachdem sie Israel enttäuscht verlassen hatte, im Wien der achtziger Jahre gelandet, wo die Waldheim-Affäre und der Umgang mit der Vergangenheit gerade die Gesellschaft entzweiten. Israel blieb für ihn das Land einer ambivalenten Sehnsucht, in dem sich die eigene brüchige Identität als Migrant, als Jude und als Österreicher russischer Herkunft spiegelte. „Ich und die Eingeborenen“ versammelt Vertlibs wichtigste Essays und Rezensionen zu Politik, Gesellschaft, Geschichte und Kunst, die unsere Gegenwart an den Erfahrungen eines „deutsch schreibenden jüdischen Russen, der zur Zeit in Österreich lebt“, spannungsvoll brechen. Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung **meeting jedermann : rabinovich revisited**, die bis 26. Mai im Extrazimmer zu sehen ist. Einlass 18:15 Uhr Eintritt frei _Jüdisches Museum Wien Dorotheergasse 11 1010 Wien_