ENGLISH TEXT COMING SOON: Fanny von Arnstein (1758-1818) gilt als die Begründerin der klassischen jüdischen Salonkultur in Wien, die in der französischen Aufklärung wurzelte. Zu deren erklärten Zielen gehörte die gesellschaftliche und politische Gleichberechtigung ohne Ansehen von Religion, Stand und Geschlecht. Desungeachtet machten Fanny von Arnstein wie auch ihre Zeitgenossen, der große jüdische Philosoph Moses Mendelssohn und der deutsch-jüdische Dichter Moses Ephraim Kuh die beschämende Erfahrung, dass ihnen bei der Durchreise durch Sachsen eine Leibmaut abgenommen wurde, die nur von Juden eingehoben wurde. Obwohl Fannys Salon in Wien zu den begehrtesten gesellschaftlichen Treffpunkten zählte, musste ihr Mann Nathan von Arnstein eine „Toleranzsteuer“ für das Aufenthaltsrecht für sich und seine Familie bezahlen.
The question of cultural classification and religious traditions is often answered in a surprising and playful way in pop culture. Even Jewish culture is not something fixed in the pop culture of the 20th and 21st century, but appears as a malleable figure in a game that is being reinvented all the time.
Caspar Battegay will present his book on “Judentum and Popkultur” and will explore this game with Jewish characters in a selection of various films, TV shows, songs and texts.»more