Abraham Adler. Oberkantor im Wiener Stadttempel

Abraham Adler (1916–2003) fungierte von 1975 bis 1993 als Oberkantor der jüdischen Gemeinde Wiens und damit als ihr Vorsänger und Vorbeter in der Synagoge. Geboren in Siebenbürger, genoss er eine fundierte musikalische und religiöse Ausbildung und kam von 1943 bis 1948 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Seine Familie wurde in Auschwitz ermordet. 1950 diente Adler als Kantor in Haifa, 1955 übersiedelte er nach der Hochzeit mit der gebürtigen Wienerin Hilda Miller nach Melbourne. Im Zuge einer Weltreise gelangten sie 1974 nach Wien, wo Adler die Stellung als Oberkantor angeboten wurde. Neben der Ausübung dieses Amtes sammelte er kantorale und jiddische Musik, die er 1998 dem Phonogrammarchiv übergab. Sein persönlicher Nachlass ist im Jüdischen Museum Wien verwahrt. Daraus werden in dieser Kabinettausstellung im Haus der Musik sein Kantorengewand, eine Jahrzeittafel, wertvolle Bücher sowie Noten-Manuskripte und Memorabilia gezeigt. In einem Video sprechen Oberrabbiner Paul Eisenberg und der derzeitige Oberkantor Shmuel Barzilai über Abraham Adler, zahlreiche Musikbeispiele aus dessen Oeuvre sind zu hören.

Das Jüdische Museum Wien zu Gast im Haus der Musik.