Heute in Wien 2012. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Josef Polleross
7. November 2012 - 12. Mai 2013
1996 erschien Harry Webers Fotoband „Heute in Wien“ gemeinsam mit der gleichnamigen Ausstellung im Jüdischen Museum Wien. Die beeindruckenden Schwarz-Weiß-Bilder haben Fotogeschichte geschrieben. 16 Jahre später folgt der Wiener Fotograf Josef Polleross den Spuren Harry Webers und hat das heutige Leben der jüdischen Gemeinde – vor allem im zweiten Wiener Bezirk Leopoldstadt – fotografisch erfasst.
Die Bilder von Josef Polleross sollen sowohl an Harry Webers damalige Bilderreise anknüpfen, als auch die Veränderungen innerhalb der jüdischen Gemeinde und ihren Zuwachs während der letzten 16 Jahre zeigen. Sie geben Einblick in das vielfältige jüdische Leben in Wien heute. Polleross folgt religiösen Juden mit ihren traditionellen Ritualen, seine Bilder zeigen aber auch das weltliche jüdische Leben in seinen vielen Spielarten: Sportevents, Aktivitäten von Jugendorganisationen und Seniorenverbänden, Handel, Straßenfeste, Jewish Welcome Service, Musik, aber auch Feste und Bräuche, die das Leben von religiösen und säkularen Juden gleichermaßen beleben und verbinden.
Kuratorin: Astrid Peterle
Ausstellungsgrafik: Fuhrer, Wien
Museum Judenplatz
Judenplatz 8
1010 Wien
Vienna’s Shooting Girls. Jüdische Fotografinnen aus Wien
23. Oktober 2012 - 3. März 2013
Vor 1938 gab es in Wien eine außergewöhnliche große Zahl an Fotoateliers, die in weiblicher jüdischer Hand waren. Das Jüdische Museum Wien geht den Gründen dafür nach und macht ein großartiges Stück jüdischer Wiener Frauengeschichte wieder zugänglich. Eine Auswahl an Arbeiten von ca. 40 Wiener jüdischen Fotografinnen bietet ein repräsentatives Bild der österreichischen Fotografiegeschichte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Dora Kallmus (d’Ora), Trude Fleischmann, Alice Schalek, Edith Tudor Hart und viele andere prägten die Studiofotografie, aber auch die Kunst- und Reportage-Fotografie. Vor allem durch die Porträts wird das kulturelle Leben in der Ersten Republik nachvollziehbar. Die Fotos und die Lebensgeschichten der Fotografinnen ermöglichen einen Blick auf das moderne Frauenbild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung folgt dem Weg der Fotografinnen ins Exil und erinnert an das willkürliche Ende dieser Ära für Wien, aber auch an die Fortführung in anderen Ländern und Kontinenten.
Kuratorinnen: Iris Meder, Andrea Winklbauer
Gestaltung: Conny Marco Cossa
Ausstellungsgrafik: Fuhrer, Wien
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
Wartesaal der Hoffnung. Das Rothschild-Spital im November 1947 – Fotos von Henry Ries
19.10.2012 - 17.03.2013
Mit dem Sieg der Alliierten über die nationalsozialistische Herrschaft war die systematische Ermordung der Juden zu Ende, nicht aber der Leidensweg der jüdischen Überlebenden. Das Wiener Rothschild-Spital am Währinger Gürtel wurde zum provisorischen Flüchtlingslager und zum Zentrum des jüdischen Lebens zwischen Warten und Hoffen auf einen Neuanfang. Ein schlechter Wartesaal, den man so schnell wie möglich verlassen wollte – in Richtung USA oder nach Palästina/Israel. Nur wenige blieben in Wien.
Von 1945 bis 1952 war das Rothschild-Spital Zwischenstation für 250.000 jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa und den Konzentrationslagern auf ihrem Weg in ein neues Leben. Henry Ries dokumentierte für die New York Times den Alltag der jüdischen DPs (Displaced Persons –wie die Flüchtlinge genannt wurden) im Durchgangslager Rothschild-Spital.
Das Jüdische Museum Wien zeigt diese Zeitdokumente anlässlich des 95. Geburtstags des 2004 verstorbenen Fotografen.
Kuratorin: Danielle Spera
Gestaltung: Bernhard Denkinger
Grafik Folder/Plakat: Fuhrer, Wien
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
FREMDE ÜBERALL. Zeitgenössische Kunst aus der POMERANZ COLLECTION
24.05.2012 - 07.10.2012
„FREMDE ÜBERALL“ – der von der Künstlergruppe Claire Fontaine inszenierte Spruch fungiert als Motto für die Ausstellung der Sammlung Pomeranz im Jüdischen Museum Wien. Stimmig ist dieser Leitgedanke für den aus Odessa stammenden Wiener Sammler Eduard Pomeranz: „Wir sind immer auf Reisen. Egal, wo man ist, man fühlt sich nirgends zuhause. Das Judentum ist die einzige Grundlage, die bleibt – im Dasein als Fremde überall“.
Seine Sammlung setzt sich mit Geschichte und Erinnern, sowie Grenzüberschreitungen über Generationen und Geografien hinweg auseinander. Sie hat sich der heutigen kulturellen Avantgarde verschrieben. Kunst, die sich über Brüche des Lebens definiert, ohne Einschränkung – auch durch Tabubrüche. Ganz in der Tradition jüdischer Sammler, die immer die neuesten Kunstströmungen gefördert haben. Die Sammlung Pomeranz ist im Jüdischen Museum Wien erstmals in großem Umfang zu sehen und reicht – um nur einige Namen zu nennen – von Marina Abramović über Yael Bartana bis Lawrence Weiner.
Kurator: Ami Barak
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
„Jüdische Genies“ – Warhols Juden
14.03.2012 - 28.10.2012
1980 schuf Andy Warhol eine Serie von Porträts wichtiger jüdischer Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Die Idee dazu stammte von Warhols Freund und Galeristen Ronald Feldman, der Andy Warhol zu einer Auseinandersetzung mit der jüdischen Geisteswelt inspirierte.
Aus einer Liste mit fast 100 Namen berühmter Juden wurden zehn ausgewählt. Zehn Juden, die nicht nur prominent waren, sondern die größten Denker, kreativen Talente oder Führungspersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Auch wenn die Porträts als oberflächlich abgetan wurden, sorgten die Arbeiten dafür, dass sich viele Menschen mit der Geschichte und den Leistungen der Porträtierten beschäftigen.
Das Jüdische Museum Wien beleuchtet die Hintergründe des Entstehens dieser faszinierenden Arbeiten, stellt den „Ideenlieferanten“ Ronald Feldman vor, dessen Familie aus Graz stammt, und bereichert die Ausstellung um ein Warhol-Porträt eines österreichisches Genies: André Heller.
Kuratoren: Danielle Spera, Astrid Peterle
Gestaltung: Bernhard Denkinger
Ausstellungsgrafik: Fuhrer, Wien
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
Der Wienerwald in Israel. 110 Jahre Keren Kayemeth Leisrael
04.03.2012 - 29.04.2012
Theodor Herzl gehörte 1901 zu den Mitbegründern des Keren Kayemeth Leisrael (KKL), des Jüdischen Nationalfonds. Erster Präsident wurde der Wiener Industrielle Jonah Kremenezky, weshalb die Zentrale für einige Jahre in Wien beheimatet war. Ziel des KKL waren der Landerwerb im damaligen Palästina und die Wiederaufforstung des weithin wüstenähnlichen Geländes sowie die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur.
Zum Symbol der Organisation wurde die blauweiße Spendenbüchse, die in keinem jüdischen Haushalt rund um den Globus fehlen durfte. Seither wurden an die 240 Millionen Bäume gepflanzt und 220 künstliche Wasserreservoirs angelegt. Damit ist der KKL heute eine der weltweit führenden Institutionen für eine nachhaltige ökologische Entwicklung.
Kuratoren: Marcus G. Patka (JMW), Lotte Z. Meczes (KKL, Wien)
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien






