Fanny von Arnstein (1758-1818) gilt als die Begründerin der klassischen jüdischen Salonkultur in Wien, die in der französischen Aufklärung wurzelte. Zu deren erklärten Zielen gehörte die gesellschaftliche und politische Gleichberechtigung ohne Ansehen von Religion, Stand und Geschlecht. Desungeachtet machten Fanny von Arnstein wie auch ihre Zeitgenossen, der große jüdische Philosoph Moses Mendelssohn und der deutsch-jüdische Dichter Moses Ephraim Kuh die beschämende Erfahrung, dass ihnen bei der Durchreise durch Sachsen eine Leibmaut abgenommen wurde, die nur von Juden eingehoben wurde. Obwohl Fannys Salon in Wien zu den begehrtesten gesellschaftlichen Treffpunkten zählte, musste ihr Mann Nathan von Arnstein eine „Toleranzsteuer“ für das Aufenthaltsrecht für sich und seine Familie bezahlen.
Dr. Emile Schrijver, Direktor der Amsterdamer Biblioteca Rosenthaliana und weltweit einer der Experten zu jüdischen Handschriften, präsentiert gemeinsam mit der Sammlungsleiterin im Jüdischen Museum Wien, Dr. Gabriele Kohlbauer, aus dem Museumsbestand ausgewählte kostbare Esther-Rollen des 18. Jahrhunderts, die nur selten schaugestellt werden können.»Weiter