200 und 20 – die Bibliothek des Jüdischen Museums

Vor 200 Jahren beschloss der Buchdrucker Anton Schmid als Zeichen des "innigsten Dankes und der größten Hochachtung" für die Wiener Judenschaft dieser 133 Bände von bei ihm gedruckten hebräischen Büchern zu überreichen. Mit dieser Schenkung nahm 1814 die Geschichte einer der ältesten jüdischen Gemeindebibliotheken ihren Lauf. Die Schau im Extrazimmer des Jüdischen Museums gibt Einblicke in den reichen Buchbestand dieser Bibliothek, deren Raritäten-Sammlung über 200 Bücher enthält. Neben einer Reihe von wertvollen Erstdrucken, wie das für die Kabbalah wichtige „Sefer yetsirah“ (Mantua 1562), das Buch „Meor enayim“, Hauptwerk des Renaissancegelehrten Azariah de Rossi (Mantua 1574), das Buch „De immortalitate animae“ (hebr. „Sefer nishmat hayim“) des Menasse ben Israel (Amsterdam 1651), werden auch prachtvoll illustrierte Ausgaben aus der Sammlung präsentiert. Alle Bestände befinden sich in der Bibliothek des Jüdischen Museums. Sie wurde vor 20 Jahren, am 24. November 1994, eröffnet. Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums zeigt das Jüdische Museum Wien diese herausragenden Raritäten, die sonst aus konservatorischen Gründen nicht ausgestellt werden können.

Kurator: Domagoj Akrap
Gestaltung: Bernhard Denkinger