Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938

Wien um 1900 war auch eine Stadt der Frauen. Am Aufbruch in die Moderne waren viele Künstlerinnen beteiligt, die sich trotz der schlechten Rahmenbedingungen für Frauen im Kunstbetrieb durchsetzen konnten. Ein überdurchschnittlicher Anteil dieser Künstlerinnen kam aus assimilierten jüdischen Familien. Malerinnen wie Tina Blau, Broncia Koller-Pinell, Marie-Louise von Motesiczky oder die Keramikerinnen Vally Wieselthier und Susi Singer haben heute ihren Platz in der Kunstgeschichte. Doch viele andere sind – zu Unrecht – in Vergessenheit geraten wie die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries, die Malerinnen Grete Wolf-Krakauer und Helene Taussig oder die Malerin und Graphikerin Lili Réthi. Die Ausstellung "Die bessere Hälfte" stellt mehr als 40 Künstlerinnen vor und zeichnet deren außergewöhnliche Ausbildungs- und Karrierewege nach, die vom Kampf um Anerkennung in einer männlich dominierten Kunstszene erzählen, aber auch von vielversprechenden Karrieren, die durch Vertreibung und Exil unterbrochen oder in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus für immer beendet wurden. Eine Ausstellung mit vielen neuen Erkenntnissen und Wiederentdeckungen. 

Kuratorinnen: Andrea Winklbauer, Sabine Fellner
Ausstellungsgestaltung: Conny Cossa, Julia Nuler

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Pressestimmen:
Ein Muss für alle Kunstsinnigen. KEK, Wien

Verdienstvoll und sehr sehenswert. Der Standard, Wien

Das Plakatsujet zur Schau liefert ein Selbstporträt von Bettina Ehrlich-Bauer, die nicht nur Künstlerin war, sondern auch die Nichte der goldenen Adele. Damit lässt sich renommieren, doch der Clou besteht darin, dass von diesem Bildnis nur eine Schwarz-Weiß-Fotografie erhalten ist. Sie mittels Blow Up und Kolorierung zur PR-Arbeit für die Ausstellung heranzuziehen, ist kein Etikettenschwindel, sondern eine kluge, eine ganz hervorragende Volte, mit dem Thema umzugehen. Die Nazis waren die größten Spurenvernichter der Weltgeschichte. Das Jüdische Museum betreibt demgegenüber Spurensicherung. Das darf man dann schon deutlich herausarbeiten. Rainer Metzger, artmagazine.cc

Das Klischee, dass die Moderne von männlichen Genies allein getragen wurde, wird nun endlich verschwinden müssen… Der Katalog liest sich wie ein Kriminalroman von höchster Qualität. Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Wiener Zeitung

Eine der derzeitigen Sonderausstellungen […] gehört momentan ganz sicher zu den Ausstellungsschmankerln Wiens. ‚Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938‘, bereits letzten November eröffnet, lässt großartige Malerinnen, Grafikerinnen, Bildhauerinnen und Co. (wieder-)entdecken. […]Wunderbar strukturiert, ausführlich aufgearbeitet, schön präsentiert. Sofie Wünsch, etc. Magazin

Es ist, als wäre ein Schatz gehoben worden: eine großartige, bemerkenswerte Ausstellung, hinter der eine gewaltige Forschungsleistung steckt. Nina Schedlmayer, artmagazine.cc

 

Mit freundlicher Unterstützung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

Mit freundlicher Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus

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