Oskar Strnad. Architektur Theater Wohnen

Oskar Strnad. Architektur Theater Wohnen

Oskar Strnad war gemeinsam mit Josef Frank Begründer der „Wiener Schule“ der Architektur, die eine zwanglose, undogmatische Auffassung von Moderne vertrat. Sein Hauptinteresse galt dem Wohnen. Strnads Sehnsucht, so bekannte er, war es, „formlos zu formen“ und „nicht Kerker, sondern 'offene Welten'" zu bauen. Er realisierte u. a. die in der Ausstellung vorgestellte Villa des Schriftstellers Jakob Wassermann, ein Doppelhaus in der Wiener Werkbundsiedlung und mehrere Gemeindewohnbauten. Gezeigt werden neben Aquarellen und Keramiken auch Möbel von Strnad, u. a. für Hugo von Hofmannsthal, sowie Mousselinglas-Trinkgläserserien.

Den zweiten Schwerpunkt bilden Strnads Theaterarbeiten – so plante er mehrere epochale Theaterbauten für Max Reinhardt und stattete die Wiener Erstaufführungen von Ernst Kreneks „Jonny spielt auf" und Alban Bergs „Wozzeck" aus. Noch kurz vor seinem Tod entwarf Strnad die Settings zweier Filme mit Paula Wessely.

Fast drei Jahrzehnte nach der letzten Ausstellung zeigt das Jüdische Museum Wien nun die erste umfassende Personale zu diesem Ausnahmekönner.

Kuratorinnen: Iris Meder, Evi Fuks