Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute

Das Jüdische Museum Wien bietet seit 19. November 2013 seinen BesucherInnen die permanente Ausstellung: „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“. Das Jüdische Museum Wien eröffnete 25 Jahre nach seiner (Wieder-)Gründung und 20 Jahre nach seinem Einzug in das Palais Eskeles seine neue permanente Ausstellung und setzt damit neue Maßstäbe.

Die Reise beginnt mit dem Jahr 1945 und führt bis in die Wiener jüdische Gegenwart. Skizziert wird der schwierige Weg einer total zerstörten jüdischen Gemeinde, die 1938 - sieben Jahre zuvor - noch die größte deutschsprachige und die drittgrößte Gemeinde Europas gewesen war, bis zu ihrer heutigen überschaubaren, aber äußerst lebendigen Präsenz. Unmissverständlich wird dabei klar, dass die jüdische Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht auf die Unterstützung der österreichischen Regierung(en) zählen konnte - im Gegenteil. Ihre heutige Größe erreichte sie nur durch den Zuzug von Juden aus Osteuropa.
Der Titel der Ausstellung ist bewusst mit einem Rufzeichen versehen. Gerade dadurch wird er zu einem vieles in Frage stellenden Begleiter auf dem Weg durch Raum und Zeit: Welche Perspektiven gab es zu welchen Zeiten für Jüdinnen und Juden in Wien? Konnten und können sie die Stadt Wien, die sie nicht nur um 1900 prägten, trotz des in immer wieder auftretenden Antisemitismus und der wiederholten Vertreibungen als „ihre Stadt“ begreifen? Der Titel stellt nicht zuletzt wichtige urbane Fragen des globalen Zeitalters: Was und wer ist „unsere Stadt“? Und an wen und woran erinnern wir uns, wenn wir an die Geschichte „unserer Stadt“ denken?

Zu einem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung geht es hier!

 PDF icon„Unsere Stadt!“ Die Kampagne im öffentlichen Raum

Die neue permanente Ausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ macht die Stadt selbst zum Thema und wird mittels einer Plakatserie in den öffentlichen Raum getragen.
Die Plakate zeigen Exponate aus der neuen permanenten Ausstellung.

- das Fahrrad, das einst der zionistische Visionär Theodor Herzl fuhr (1896),
- Ein Held und Poet der Revolution von 1848: Ludwig August Frankl, mit schwarz-rot-goldener Schärpe und Flagge, unbekannter Künstler, nach 1848
- die Hakoah-Schwimmerinnen Fritzi Löwy, Lucie Goldner, Hedy Bienenfeld mit ihrem Trainer Zsigo Wertheim, nach 1930,
- der zwölfjährige Maximilian Reich wenige Tage vor seiner Deportation im März 1941 in einem Wiener Fotostudio vor einer Kulisse des Stephansdoms,
- die von 1960 bis 2000 aktive, fotografische Chronistin der jüdischen Gemeinde, Margit Dobronyi, auf der Gangway einer El Al-Maschine im Mai 1968,
- ein Straßenschild „Dr.-Karl-Lueger-Ring“, benannt nach dem antisemitischen Bürgermeister Karl Lueger (1844-1910). Der Ring wurde 2012 in Universitätsring umbenannt. Dieses Schild wurde 2012 von der Universität abmontiert und dem Jüdischen Museum Wien übergeben.

Ansprache des israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres anlässlich seines dreitägigen-Staatsbesuches in Wien im März 2014. PDF icon»Weiter

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