Wiesenthal in Wien

Simon Wiesenthal (1908-2005) hat wie kaum ein anderer die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit und damit ein wichtiges, lange ausgeblendetes Kapitel der Nachkriegsgeschichte Österreichs geprägt. Wien wurde für den in Galizien geborenen Holocaust-Überlebenden zum Angelpunkt eines unermüdlichen Einsatzes auf der Suche nach Gerechtigkeit. Mit seiner langjährigen Forderung nach einem Mahnmal für die in der Schoa ermordeten Jüdinnen und Juden setzte sich Wiesenthal in den 1990er Jahren durch und veränderte damit auch das Erscheinungsbild seiner neuen Heimatstadt.

Die Ausstellung „Wiesenthal in Wien“ zeigt anlässlich seines 10. Todestags seine Verbindung zur Stadt seines Wirkens. Zehn Aspekte, die er nach Wien gebracht hat, für die er in Wien gekämpft hat, die er hier immer wieder eingefordert hat, in der Öffentlichkeit oder auch innerhalb der Israelitischen Kultusgemeinde. Die Ausstellung wird damit zu einem vielschichtigen Porträt, zeigt sowohl sein öffentliches Gesicht als weltberühmter Aufklärer von Nazi-Verbrechern, seinen Umgang mit den heftigen, auf ihn gerichteten antisemitischen Attacken als auch seinen umtriebigen Charakter als  „Politiker“ innerhalb der Wiener Kultusgemeinde. Das Museum Judenplatz ist für diese Schau kein zufällig gewählter Ort. Hier befinden sich die Erinnerungen an die erste Wiener jüdische Gemeinde und hier steht das von ihm durchgesetzte Mahnmal an die Holocaust-Opfer. Die Ausstellung eröffnet am 20. September und damit genau am 10. Todestag dieses großen Österreichers.

Die Ausstellung wird vom wissenschaftlichen Team des JMW in Zusammenarbeit mit dem Simon Wiesenthal Archiv Wien kuratiert.

Ausstellungsgestaltung: Bernhard Denkinger

 

Simon Wiesenthal mit Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, Foto Margit Dobronyi (JMW)