Highlight aus dem Legat Berger
Im Sommer 2010 ist die Witwe des Judaica-Sammlers Max Berger, Trude Berger, in Wien gestorben, sie hat dem Jüdischen Museum Wien den restlichen Bestand der großen Sammlung vermacht, das so genannte Legat Berger. Unser KuratorInnen-Team ist derzeit dabei, diese Bestände in unser Inventar aufzunehmen.
Ein „Highlight“ dürfen wir Ihnen schon jetzt vorstellen:
Als besonderer Fund im Legat Berger darf jene Fotografie gelten, die den Sammler am Grab des Arztes Dr. Alois Pick zeigt. Diese Aufnahme dürfte aus den 1970-er Jahren stammen und wurde bei den Jüdischen Ehrengräbern am Tor 1-Gruppe 6-Reihe 0-Nr. 1 gemacht, wo man das Präsidentengrab bis heute besuchen kann.
Max Berger (1924-1988) aus Gorlice in Polen hat als einziges Mitglied seiner Familie die Schoa überlebt, weil er im Konzentrationslager Plaszow unter dem Kommandanten Amon Göth als Tischlergehilfe arbeiten konnte. Nach dem Krieg führte ihn sein Weg nach Wien, wo er seine berufliche Existenz mit dem Handel von Stilmöbeln begründete und gleichzeitig in Erinnerung seiner ermordeten Familie mit dem Aufbau einer Judaica-Sammlung begann. Als Sammlung Berger und Legat Trude Berger fand diese Sammlung Eingang in den Bestand des Jüdischen Museums Wien.
Das Legat Berger enthält u.a. Dokumente zu Alois Pick (1859-1945) und seiner Tätigkeit als General-Oberstabsarzt der k.u.k.-Armee, sowie zu seiner Professur an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Pick war 1920-1932 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und hat in dieser Eigenschaft maßgeblich dazu beigetragen, das Fürsorgewesen der Jüdischen Gemeinde zu reformieren.






