Die Migration der Dinge - Judaica und ihre unerwarteten Geschichten
Online-Ausstellung

Die Migration der Dinge - Judaica und ihre unerwarteten Geschichten

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Jüdische Geschichte ist seit jeher untrennbar mit Migration verbunden. Gesetzliche Beschränkungen und wirtschaftliche Zwänge bedingten eine hohe Mobilität der jüdischen Bevölkerung, gleichzeitig mussten viele aufgrund von Vertreibungen, antisemitischer Gesetzgebung oder Gewalt an anderen Orten ein neues Leben aufbauen.

1867 erlangten die Juden in Österreich-Ungarn die bürgerliche Gleichstellung. Die neue Bewegungsfreiheit führte zur Abwanderung vieler Jüdinnen und Juden aus den entlegeneren Gebieten der Monarchie in die Haupt- und Residenzstadt Wien. Großhändler wie Hausierer mussten ausgedehnte Reisen unternehmen. Frauen wurden an oft weit entfernte Orte verheiratet, manche junge Leute wurden für ihre Ausbildung weggeschickt, andere verließen die Enge ihrer familiären Welt.

Auf diese Weise wanderten auch Objekte durch die ganze Welt oder wurden von den zugewanderten Jüdinnen und Juden angefertigt. Diese Objekte sind die Protagonisten dieser Ausstellung.

Ein Großteil der Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Wien geht auf die Vernichtung des Wiener Judentums durch die Nationalsozialisten zurück: Vielfach handelt es sich um Objekte, die nach dem Novemberpogrom 1938 aus den Trümmern der Wiener Synagogen geborgen wurden. Sie erzählen von der Vertreibung und Ermordung ihrer Besitzer:innen, aber auch vom reichhaltigen Leben davor.

Verschiedene Blickwinkel auf diese Objekte machen deutlich, dass die Sammlung einem Kaleidoskop ähnelt, in dem sich (jüdische) Weltgeschichte auf verschiedenste Weise spiegelt. Von der Ukraine, Dänemark und Italien bis nach Indien, Vietnam und in die USA sind ihnen Geschichten der Migration eingeschrieben.