Catherine Kautsky: Wien, Exil und Erinnerung. Eine Familiengeschichte, erzählt durch das Klavier
Museum Dorotheergasse
© Catherine Kautsky
Die Pianistin Catherine Kautsky verbindet Musik, persönliche Familiengeschichte und die bewegte Geschichte des jüdischen Wien vor und während der NS-Zeit. Die Flucht ihrer Familie begann nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 in Wien und führte schließlich nach St. Louis, Missouri, wo Kautsky den Großteil ihrer Kindheit verbrachte. Die Schicksale ihrer Angehörigen spiegeln jene vieler jüdischer Komponisten des 20. Jahrhunderts wider, darunter Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Eric Zeisl, Gideon Klein und Erich Wolfgang Korngold. Während einige den nationalsozialistischen Vernichtungsapparat nicht überlebten, gelang anderen die Emigration und ein Neuanfang in den USA.
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends liegt auf Kautskys Urgroßvater Karl Kautsky, einem der bedeutendsten Vordenker der europäischen Sozialdemokratie. Seine Frau Luise Kautsky, die in Auschwitz ermordet wurde, der Modedesigner Rudi Gernreich, der in Los Angeles internationale Bekanntheit erlangte, sowie weniger bekannte Familienmitglieder wie der Arzt, der heimlich jüdische Frauen betreute, der Freimaurer, der weiterhin seine Mitglieder in einer New Yorker Loge traf, der Verwandte, der drei Konzentrationslager überlebte und nach Wien zurückkehrte, werden Erwähnung finden.
Musikalisch spannt Catherine Kautsky den Bogen vom Wien Franz Schuberts bis zu Werken bedeutender Wiener Exilkomponisten wie Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Erich Zeisl und Erich Wolfgang Korngold. Ausgewählte Klavierwerke werden dabei in einen lebendigen Dialog mit Familiengeschichte sowie der jüdischen, kulturellen und politischen Geschichte Wiens gesetzt.
Catherine Kautsky zählt zu den renommiertesten Pianistinnen ihrer Generation. Die "New York Times" würdigte sie als "eine Pianistin, die Mozart und Schubert spielt, als entsprächen deren Gefühle und Sprachwelt ganz den eigenen; die Musik spricht unmittelbar zum Publikum, ohne jede Pose oder Verstellung". Als internationale Konzertpianistin trat Kautsky auf sechs Kontinenten auf und gastierte in bedeutenden US-amerikanischen Konzertsälen wie der Carnegie Recital Hall und der Alice Tully Hall in New York. Sie ist Professorin für Klavier und Tasteninstrumente an der Lawrence University in Appleton, Wisconsin. Ihre Interpretationenvon Werken Debussys und Brahms wurden von der Kritik für ihre seltene Intensität und Sensibilität gelobt. Mit ihrem Buch "Debussy's Paris: Piano Portraits of the Belle Époque" (2017) verband Kautsky ihre Leidenschaft für Musik mit kulturhistorischer Forschung. Das Werk wurde für seine anschauliche und farbenreiche Darstellung jener Epoche gelobt, die Claude Debussys Schaffen maßgeblich prägte. 2022 schloss sie die vielbeachtete Reihe "Great Piano Works Explained" ab, bestehend aus 24 aufgezeichneten Vortragskonzerten, die bedeutende Klavierwerke einem breiten Publikum zugänglich machten. In den vergangenen Jahren widmete sie sich verstärkt Programmen über Wien, den Holocaust und die Geschichte ihrer eigenen Familie. Mit diesen Projekten war sie unter anderem in der Casa Stefan Zweig im brasilianischen Petrópolis sowie im Holocaust Museum St. Louis zu Gast. Kautskys tiefes Interesse an Sozialgeschichte, Politik und den Künsten prägt ihre Arbeit ebenso wie ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit. International geschätzt wird sie insbesondere für ihre lebendigen Vortragskonzerte, in denen sie musikalische Interpretation, historische Reflexion und persönliche Erzählungen auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.
In Kooperation mit dem Jewish Welcome Service Vienna.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Einlass 18:00 Uhr
Eintritt frei
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends liegt auf Kautskys Urgroßvater Karl Kautsky, einem der bedeutendsten Vordenker der europäischen Sozialdemokratie. Seine Frau Luise Kautsky, die in Auschwitz ermordet wurde, der Modedesigner Rudi Gernreich, der in Los Angeles internationale Bekanntheit erlangte, sowie weniger bekannte Familienmitglieder wie der Arzt, der heimlich jüdische Frauen betreute, der Freimaurer, der weiterhin seine Mitglieder in einer New Yorker Loge traf, der Verwandte, der drei Konzentrationslager überlebte und nach Wien zurückkehrte, werden Erwähnung finden.
Musikalisch spannt Catherine Kautsky den Bogen vom Wien Franz Schuberts bis zu Werken bedeutender Wiener Exilkomponisten wie Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Erich Zeisl und Erich Wolfgang Korngold. Ausgewählte Klavierwerke werden dabei in einen lebendigen Dialog mit Familiengeschichte sowie der jüdischen, kulturellen und politischen Geschichte Wiens gesetzt.
Catherine Kautsky zählt zu den renommiertesten Pianistinnen ihrer Generation. Die "New York Times" würdigte sie als "eine Pianistin, die Mozart und Schubert spielt, als entsprächen deren Gefühle und Sprachwelt ganz den eigenen; die Musik spricht unmittelbar zum Publikum, ohne jede Pose oder Verstellung". Als internationale Konzertpianistin trat Kautsky auf sechs Kontinenten auf und gastierte in bedeutenden US-amerikanischen Konzertsälen wie der Carnegie Recital Hall und der Alice Tully Hall in New York. Sie ist Professorin für Klavier und Tasteninstrumente an der Lawrence University in Appleton, Wisconsin. Ihre Interpretationenvon Werken Debussys und Brahms wurden von der Kritik für ihre seltene Intensität und Sensibilität gelobt. Mit ihrem Buch "Debussy's Paris: Piano Portraits of the Belle Époque" (2017) verband Kautsky ihre Leidenschaft für Musik mit kulturhistorischer Forschung. Das Werk wurde für seine anschauliche und farbenreiche Darstellung jener Epoche gelobt, die Claude Debussys Schaffen maßgeblich prägte. 2022 schloss sie die vielbeachtete Reihe "Great Piano Works Explained" ab, bestehend aus 24 aufgezeichneten Vortragskonzerten, die bedeutende Klavierwerke einem breiten Publikum zugänglich machten. In den vergangenen Jahren widmete sie sich verstärkt Programmen über Wien, den Holocaust und die Geschichte ihrer eigenen Familie. Mit diesen Projekten war sie unter anderem in der Casa Stefan Zweig im brasilianischen Petrópolis sowie im Holocaust Museum St. Louis zu Gast. Kautskys tiefes Interesse an Sozialgeschichte, Politik und den Künsten prägt ihre Arbeit ebenso wie ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit. International geschätzt wird sie insbesondere für ihre lebendigen Vortragskonzerte, in denen sie musikalische Interpretation, historische Reflexion und persönliche Erzählungen auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.
In Kooperation mit dem Jewish Welcome Service Vienna.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Einlass 18:00 Uhr
Eintritt frei
