Buchpräsentation
Christian Kravagna "Die Kunst der Befreiung. Viktor Lowenfeld und die afroamerikanische Moderne"
Museum Dorotheergasse
© Mandelbaum Verlag
Der Kunstpädagoge Viktor Lowenfeld wurde nach seiner Flucht vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten an einem College für Schwarze in Hampton, Virginia, zu einer wichtigen Persönlichkeit in der Entwicklung des afroamerikanischen Modernismus. Sein antirassistischer Kunstunterricht steht für eine fruchtbare Transkulturation künstlerischer Ideen und pädagogischer Konzepte an der Kreuzung von jüdischen und Schwarzen Befreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Bedeutende afroamerikanische Künstler : innen wie John Biggers und Samella Lewis gingen aus Lowenfelds Klasse hervor, und 1943 wurden Arbeiten seiner Schüler : innen im Museum of Modern Art in New York präsentiert.
Christian Kravagna rekonstruiert Lowenfelds Prägung durch die Kunst des Expressionismus, die jüdische Jugendbewegung in Österreich und seine Arbeit mit Kindern und Blinden im Wien der Zwischenkriegszeit. In theoretischer Hinsicht untersucht er die Position des Kunstpädagogen in den zeitgenössischen Diskursen über die Identität weißer und Schwarzer Moderne in den USA.
Christian Kravagna ist Kunsthistoriker und Professor für Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2017 publizierte er "Transmoderne: Eine Kunstgeschichte des Kontakts". 2024 kuratierte er die Ausstellung "Avantgarde and Liberation: Zeitgenössische Kunst und dekoloniale Moderne" im mumok in Wien.
Kurator Tom Juncker im Gespräch mit Christian Kravagna.
Einlass 18:00 Uhr
Eintritt frei
