Vortrag

Werner Wintersteiner: "Herbert C. Kelman: Ein Pionier der Friedensforschung aus Wien"

Museum Dorotheergasse
© Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation
Herbert C. Kelman setzte sich Zeit seines Lebens für den Frieden ein und wurde zu einem der wichtigsten Pioniere der modernen Friedens- und Konfliktforschung. 1927 in Wien als Kind einer jüdischen Familie geboren, flüchtete Kelman 1939 mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten in die USA. Bereits früh engagierte er sich in der US-amerikanischen Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung und setzte sich nach seinem Studium der Sozialpsychologie auch wissenschaftlich für Frieden und gewaltfreie Konfliktbearbeitung ein. Die von Kelman entwickelte Methode des „Interactive Problem Solvings“ erprobte er vor allem im Rahmen des Nahostkonflikts und führte über Jahrzehnte Workshops mit israelischen und palästinensischen Vertreter:innen durch. Seine Aktivitäten trugen maßgeblich dazu bei, dass es in den 1980er Jahren zu Gesprächen zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und schließlich zu einem Friedensprozess kam, der in den Osloer Verträgen von 1993–1995 mündete. 2022 starb Kelman im Alter von 94 Jahren. Sein Lebenswerk wird von vielen seiner ehemaligen Studierenden und nicht zuletzt vom Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation in Wien weitergeführt.
 
In seinem Vortrag stellt der Friedensforscher Werner Wintersteiner Leben und Werk Herbert C. Kelmans vor und widmet sich vor allem der Frage, wie die jüdische Erfahrung in Kelmans Arbeit und seinen Einsatz für den Frieden eingeflossen ist.
 
Zum Vortrag werden Ausschnitte aus einem von Peter Mlczoch 2015 geführten Interview mit Herbert C. Kelman gezeigt.
 
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Frieden", die noch bis 26. Mai im Museum Judenplatz zu sehen ist.

Einlass 18:00 Uhr
Eintritt frei