16. Juni 2026
Ein künstlerischer Appell für die Sichtbarmachung jüdischen Lebens oder Warum ein Wiener „Hakoah“-Stern jetzt über Sydney strahlt
Unsere Sammlung zum jüdischen Sportklub „Hakoah“ (hebr.: Kraft) gehört zu unseren umfangreichsten und gefragtesten. Schenker*nnen aus aller Welt haben in selbstloser Weise dazu beigetragen. Eine von ihnen ist Anne Zahalka aus Syndey, woraus sich eine wunderbare Kooperation ergeben hat.
Sie stammt aus Australien, ihre Mutter Hedy Back war in den 1930er-Jahren eine vielversprechende Jugendschwimmerin der „Hakoah“. 1938 konnte sie aus Wien nach London und später weiter nach Australien flüchten. Einen großen Teil des „Hakoah“-Nachlasses ihrer Mutter hat Anne Zahalka bereits dem Jüdischen Museum Wien geschenkt. Er kann in unserer Online-Sammlung eingesehen werden (Nr. 32315–32320). Darunter befinden sich auch einzigartige Objekte wie ihr Notizheft für Wettkämpfe und Trainingseinheiten oder ein humoristisches Gedicht.
Anne Zalhalka gilt als eine der bedeutendsten land-art-Photographin von Australien. Bereits 1989 lud sie Freund*nnen für das hier gezeigte Reenactment auf: Das Bild „Australian Beach Pattern“ von Charles Meere von 1940 zeigt eine starke Nation von Strandbewohnern mit ausschließlich weißer Hautfarbe. Auf den ersten Blick wirkt dies affirmativ, doch es kann auch als Warnung vor der NS-Rassenideologie verstanden werden. Anne Zalhalka stellte das Bild mit echten Menschen gemischter europäischer Abstammung nach, um Meeres absurde „arische“ Idealisierung zu hinterfragen. Die zentrale Figur ist eine kräftige Frau, eine kurz zuvor aus New York eingewanderte Jüdin. Zwar lebt diese säkular, doch da ihre neue Heimat im Gegensatz zum multireligiösen New York eindeutig christlich geprägt ist, aktivierte sie ihre jüdische Identität, um sich nicht wie ein Alien zu fühlen.
Für ihre aktuelle Ausstellung im Jüdischen Museum Australiens überarbeitete Anne Zahalka ihr Foto, weil sie die jüdische Herkunft ihrer Schwimmerin akzentuieren wollte. Sie hatte im Album ihrer Mutter „Hakoah“-Logos gesehen, daher ersuchte sie uns um weitere visuelle Vorlagen. Daraus entwickelte sie ihr eigenes Emblem, das sie auf den Schwimmanzug der Frau applizierte. Dies geschieht auch im Andenken an die jüdische Gemeinde Australiens nach dem antisemitischen Attentat bei Bondi Beach vom 14. Dezember 2025 im Zuge einer Zeremonie zur Eröffnung des Chanukka-Festes. Zwei Islamisten ermordeten damals 15 Menschen, 43 weitere wurden schwer verletzt. Es ist in Australien für Jüdinnen und Juden viel schwieriger und gefährlicher geworden, sich offen zu ihrer jüdischen Identität zu bekennen. Auch in Wien tragen viele jüdische Männer in der Öffentlichkeit keine Kippa mehr oder entfernen die Mesusen von ihren Wohnungstüren.
Das Kunstwerk von Anne Zahalka ist ein Appell für das Recht, seine jüdische Identität auch in der Öffentlichkeit zeigen zu können, und um einen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen zu leisten.
www.zahalkaworld.com.au
www.jewishmuseum.com.au
Sie stammt aus Australien, ihre Mutter Hedy Back war in den 1930er-Jahren eine vielversprechende Jugendschwimmerin der „Hakoah“. 1938 konnte sie aus Wien nach London und später weiter nach Australien flüchten. Einen großen Teil des „Hakoah“-Nachlasses ihrer Mutter hat Anne Zahalka bereits dem Jüdischen Museum Wien geschenkt. Er kann in unserer Online-Sammlung eingesehen werden (Nr. 32315–32320). Darunter befinden sich auch einzigartige Objekte wie ihr Notizheft für Wettkämpfe und Trainingseinheiten oder ein humoristisches Gedicht.
Anne Zalhalka gilt als eine der bedeutendsten land-art-Photographin von Australien. Bereits 1989 lud sie Freund*nnen für das hier gezeigte Reenactment auf: Das Bild „Australian Beach Pattern“ von Charles Meere von 1940 zeigt eine starke Nation von Strandbewohnern mit ausschließlich weißer Hautfarbe. Auf den ersten Blick wirkt dies affirmativ, doch es kann auch als Warnung vor der NS-Rassenideologie verstanden werden. Anne Zalhalka stellte das Bild mit echten Menschen gemischter europäischer Abstammung nach, um Meeres absurde „arische“ Idealisierung zu hinterfragen. Die zentrale Figur ist eine kräftige Frau, eine kurz zuvor aus New York eingewanderte Jüdin. Zwar lebt diese säkular, doch da ihre neue Heimat im Gegensatz zum multireligiösen New York eindeutig christlich geprägt ist, aktivierte sie ihre jüdische Identität, um sich nicht wie ein Alien zu fühlen.
Für ihre aktuelle Ausstellung im Jüdischen Museum Australiens überarbeitete Anne Zahalka ihr Foto, weil sie die jüdische Herkunft ihrer Schwimmerin akzentuieren wollte. Sie hatte im Album ihrer Mutter „Hakoah“-Logos gesehen, daher ersuchte sie uns um weitere visuelle Vorlagen. Daraus entwickelte sie ihr eigenes Emblem, das sie auf den Schwimmanzug der Frau applizierte. Dies geschieht auch im Andenken an die jüdische Gemeinde Australiens nach dem antisemitischen Attentat bei Bondi Beach vom 14. Dezember 2025 im Zuge einer Zeremonie zur Eröffnung des Chanukka-Festes. Zwei Islamisten ermordeten damals 15 Menschen, 43 weitere wurden schwer verletzt. Es ist in Australien für Jüdinnen und Juden viel schwieriger und gefährlicher geworden, sich offen zu ihrer jüdischen Identität zu bekennen. Auch in Wien tragen viele jüdische Männer in der Öffentlichkeit keine Kippa mehr oder entfernen die Mesusen von ihren Wohnungstüren.
Das Kunstwerk von Anne Zahalka ist ein Appell für das Recht, seine jüdische Identität auch in der Öffentlichkeit zeigen zu können, und um einen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen zu leisten.
www.zahalkaworld.com.au
www.jewishmuseum.com.au
