Buchpräsentation

Lisa Silverman "The Postwar Antisemite. Culture and Complicity after the Holocaust"

Museum Dorotheergasse

Auf einen Blick:

Mit: Lisa SilvermanÉva Kovács, Michael L. Miller

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

In Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien (VWI)
 
Einlass 18:00 Uhr
Eintritt freiI
Anmeldung/Buchung:
Buchcover mit dem Titel 'THE POSTWAR ANTISEMITE CULTURE AND COMPLICITY AFTER THE HOLOCAUST' und einer Illustration einer Frau in blauem Kleid und rotem Hut, umgeben von schwarz-weißen Figuren in historischen Uniformen.
© Oxford University Press
In "Der Antisemit und der Jude" schrieb Jean-Paul Sartre den berühmten Satz: "Gäbe es den Juden nicht, würde der Antisemit ihn erfinden." Mit dieser Behauptung legte Sartre nahe, dass allein der Antisemit – eine Figur, die scheinbar sowohl vom Autor als auch von seinem Publikum getrennt ist – für die Schaffung und Aufrechterhaltung negativer Stereotypen über Juden verantwortlich ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese konstruierte Figur zu einem mächtigen kulturellen Instrument, das es Österreichern, Ost- und Westdeutschen und anderen ermöglichte, sich vom Antisemitismus zu distanzieren und ihre persönliche und nationale Selbstidentifikation neu zu definieren. Lange bevor die Verfolgung der Juden durch die Nazis zu einem zentralen moralischen Paradigma in der Populärkultur wurde, spielte die Figur des Antisemiten eine zentrale Rolle in den Erzählungen von Prozessen, Filmen und Literatur, die es ermöglichten, dass antijüdische Vorurteile fortbestanden, selbst als das offene Äußern solcher Ansichten gesellschaftlich inakzeptabel wurde.

Lisa Silverman ist Professorin für Geschichte und Jüdische Studien an der University of Wisconsin-Milwaukee. Sie ist spezialisiert auf die moderne deutsch- und österreichisch-jüdische Kulturgeschichte mit den Schwerpunkten Antisemitismus, Gender und visuelle Kultur. Sie erhielt Stipendien des Wiener Wiesenthal-Instituts für Holocaust-Studien (VWI) und des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK); 2022 war sie Michael-Hauck-Gastprofessorin für interdisziplinäre Holocaust-Forschung am Fritz-Bauer-Institut für Geschichte und Auswirkungen des Holocaust an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. "The Postwar Antisemite: Culture and Complicity after the Holocaust" (Oxford University Press, 2025) ist ihre neueste Monografie. Sie ist außerdem Autorin von "Becoming Austrians: Jews and Culture between the World Wars" (Oxford University Press, 2012) und Mitautorin von "Holocaust Representations in History: an Introduction" (Bloomsbury, 2015).
 
 
Im Anschluss an die Buchvorstellung folgen Kommentare von Éva Kovács (VWI) und Michael L. Miller (CEU).

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

In Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien (VWI)
 
Einlass 18:00 Uhr
Eintritt frei